Schmerzt das schon im Auge?

Was macht die Zeit denn da und da? Hat es denn eine Wochenzeitung nötig, sich über fehlerhafte Schreibweisen von Suchanfragen zu belustigen, die teils aus simplen Buchstabendrehern resultieren? Nächste Woche dann eine Liste persönlicher Blogs, in der ordentlich über den Autor vom Leder gezogen wird?

Das Late-Night-Lesen gestern war ein Reinfall. Es hatte sich bereits herumgesprochen, welche zwei Autoren lesen würden, der Raum war fast leer. Mit einem Namen verband ich langweilige Texte und hoffte, der andere könnte etwas retten. Leider gelang das nur teilweise, die Veranstaltung war entsprechend anstrengend.

Zu Hause löchert ein Freund mit Fragen über den kürzlich gesehenen Film Butterfly Effect. Das Regie-Duo hat auch schon die unterirdisch schlechte Fortsetzung von Final Destination zu verantworten, die Marketingstrategie besteht aus Anhängen einer “2”. Und weil Hollywood ja allgemein ein hirnloser Drecksladen ist, werden munter Fortsetzungen produziert wie die zweite Trilogie der Sternenkrieger (für seinen müffelnden Größenwahn hätte man George Lucas auspeitschen sollen) und übernächstes Jahr dann Indiana Jones 4. Der letzte Nachttopf verspricht Action im Altersheim, zombigleich werden Leute in den Film pilgern, denen differenzieren zu anstrengend geworden ist (aber das ist doch ein Indiana Jones!!!) und deren höchste Unterhaltung im Starren auf Explosionen und halbnackte Frauen besteht. Genau die Leute, die Bubble Bobble verachten (“wie wechsel’ ich denn Waffen?”), um für den neuesten Ego-Shooter noch eben die teuerste Grafikkarte zu ordern.
Vorgetrampelte Pfade werden nicht mehr verlassen, wäre ja was Neues. Vielleicht mit schlechter Grafik.

Du bist Doom.
Im Kino 2005.

7 Gedanken zu „Schmerzt das schon im Auge?

  1. BEvor du so ausholst, solltest du betrachten, dass Filme immer subjektiv bewertet werden und es nicht unbedingt nur die Dümmeren und Jüngeren sind, die etwas mögen, was du vielleicht verachtest. Ich mag die neue Star Wars-Trilogie und werde mir gleich am ersten Tag einen neuen Indy anschauen (auch wenn ich nicht glaube, dass sie den wirklich noch machen werden). Bin ich deswegen doof und freue mich auf jeden Shooter? Verallgemeinern kann lustig sein, manchmal wirkt es aber auch nur arrogant. Das bist du nicht, also versprüh es nicht so nach außen :-) Steht einem so netten Menschen verdammt schlecht…

  2. Knut, man kann das so sehen. Man kann das aber auch anders sehen. Denn der Großteil des neuen besteht aus Remakes. Spielideen gibt es schon lange nur noch sehr wenig neue. Bei Filmen scheint das ähnlich. Wen du Final Destination 2 nicht gesehen hast, sei froh. Aber dann wüsstest du, was ich meine.
    Auch wenn du die neue Star-Wars-Trilogie toll findest, so ist auch sie nur eine Ausgeburt der kapitalistischen Ausschlachtung. Dies geschieht oft auf Kosten der Qualität, die natürlich subjektiv beurteilt wird.

    Die von dir gesehene Gleichsetzung ist zwar textlich vorhanden. Aber keinesfalls nur so gemeint.

  3. Problemfall Kino :-) Dass ist doch genau das Kernelement des Kinos, jeder Film, und sei es nur ein selbstfinanziertes Studentenprojekt, muss für sein Publikum nach bestimmten Kriterien zugänglich sein. Es muss also sein Publikum und dessen Erwartungen erreichen. Im großen Budget-Bereich des Hollywood-Kinos hat sich das über Remakes und Fortsetzungen durchgesetzt. Eine bekannte und geliebte Handlung oder Figuren treten da wieder auf und sind dementsprechend schon eine bekannte Konstante. Das hilft vielen Menschen, sich in dem Wust der Kinoveröffentlichungen zurecht zu finden. Ganz ähnlich wie früher die Genres, die heute aber immer weiter vermengt werden.
    Natürlich sind große, teure Filme aber auch Franchises. Dessen bin ich mir bewusst. Genauso bewusst, wie dass sogenannte Independent-Filme auf einen bestimmten Themen- und Symbol-Fundus zurückgreifen, der schon in der Vermarktung greift und ein spezifisches Publikum mit spezifischen Wünschen und Anforderungen an einen Film ansprechen soll. Beispiel wären hier Filmemacher wie David Lynch oder zum Beispiel Wim Wenders, aber auch Thomas Vinterberg oder der größte all dieser Vermarktungskünstler, Lars von Trier. Es ist einfach nur eine Frage der Perspektive. Die Mechanismen, die greifen, sind die gleichen. Das die einen Zuschauer sich den anderen überlegen fühlen, weil zum Beispiel in ihren Filmgang auch eine Form von Selbstinszenierung mit hineinfließt (damit meine ich jetzt NICHT dich!), dann ist das ok für diese, aber eben auch genauso billig wie die Film-Nerds, die sich in immer gleiche Acion-Fiume reinsetzen und aus diesen eine Wissenschaft machen.

    Mein Problem mit deinem Post ist auch nicht, dass die Filme vielleicht doch extrem kommerziell oder eben schemenhaft sind, sondern einfach nur, wen du angreifst. Ich stimme dir zu, dass das Unterhaltungskino immer mehr an Kontur verloren hat (nicht zuletzt wegen Produzenten wie Bruckheimer, die immer häufiger einen bestimmten Stil vorgeben, und alles andere als unwichtig erachten). Aber trotzdem sind die Star Wars-Filme sehr gelungene Unterhaltung, jedenfalls aus meiner Sicht, der ich versucht habe, die alten nicht als Vergleich heranzuziehen. Und es gibt auch BESSERE Fortsetzungen (Das Imperium schlägt zurück, Der Pate II usw.). Und als Fan von PC-Sportspielen bin ich über die andauernden Updates genausowenig begeistert, wie über die immer gleichen WW2-Shooter usw.

    Aber man muss sich da auch ein wenig zurücknehmen, denn andere Menschen und auch User / Zuschauer haben eine ganz andere Perspektive als du oder ich. Und das greife ich in deinem Post (hoffentlich freundschaftlich genug an). Nicht, wie du zu den Filmen stehst. Das werde ich bei jeder Diskussion immer respektieren.

  4. na, noch nichts drin über den slam gesehen, tsts, aber zugegeben, l. n. lesen war auch nicht so mein fall. hab die beiden privat fürchterlich gern, und finde, dass die ne menge drauf haben, aber mein ding isset trotzdem meistens nicht. schöne grüße von jemanden, dem der kopf schmerzt, wenn er sich bewegt. peter.

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