Hifi Fragmente

Ich habe mir den Tag – zugegebenermaßen – anders vorgestellt.
Sitze gerade wieder auf der Arbeit und Windows…. na, das hatten wir ja gestern schon. Ich glaube nicht mal unbedingt, das Windows mir die Tage versaut, aber es könnte doch wenigstens ein bisschen schneller formatieren? Wenn ich an XFS oder ReiserFS unter Linux denke…

Doreen sitzt zu Hause mit einer angehenden Blasenentzündung, Christian weiß noch nicht, was und wo er heute abend sein wird, Lars fährt mit dem Hessen-Ticket durch unser Bundesland und will den ganzen Tag Schnaps trinken und ich, ich verliere langsam die Lust an dem ganzen Quatsch. Zugegeben, ich fand Silvester im letzten Jahr sehr grausam, das hatte aber nicht mit Alleinsein und dem Verbringen der Stunden im IRC zu tun. Ein bisschen vielleicht, den Tritt in die Magengegend hatte ich aber einem anderen Umstand zu verdanken. Letztlich würde ich es sehr angenehm finden, zu viert oder fünft bei einem Glas Wein aus dem Fenster zu sehen, Musik zu hören – es ist ja sowieso der gleiche Tag wie gestern. Ich wurde nämlich im Bus beinahe von einem kleineren Mann umgerannt, der Raketen und Silvesterknaller vor seinem Bauch umklammerte, die mindestens so viel gewogen haben müssen wie er selbst. Leider ebenso hoch waren, weshalb er sich einem Panzer gleich den Weg auf die letzte Sitzreihe des Busses bahnte. “Soll ich dir Feuer geben?” Seine Freunde waren gut gelaunt.
Letztes Jahr war auch beim Blick aus dem Fenster recht unspektakulär. Das Feuerwerk fiel eher spärlich aus, aber und zu knallte es etwas lauter, was Leo allerdings nicht sonderlich beeindruckte. Alle Hunde, die ich kenne, werden am 31. Dezember panisch, Doreens Opa hat letztens bereits Schlaftabletten für Inka gesucht. Denke ich zurück an Dunja, kommen die Silvesterbilder ins Gedächtnis, in der sie unter der Treppe zitternd und flehend blickend in einem dunklen Eck lag, vor ihr ein Radio, was trotz sehr hoher Lautstärke das Donnern nicht vollständig zu kaschieren vermochte. Diese Erfahrung, die ich sehr früh als Kind gemacht habe, hat mich wohl dazu gebracht, in meinem bisherigen Leben noch nie Feuerwerkskörper gekauft zu haben.
In Marburg kleben Plakate mit der Aufschrift “Zeit, um selbst in die Luft zu gehen!”, Menschentrauben sammeln sich vor diesen. Das Bild (statt Pferd eine Rakete in eindeutiger Pose):

Durch mancherlei LiveJournal geistert zur Zeit umfangreiche Jahresbilanz und -rückblick. Dieses Jahr hatte ein paar wichtige Stationen. So viele Umzüge wie 2004 wünsche ich mir auch in Zukunft nicht, einschneidende und schöne Moment gab es ebenso wie Situationen, die man sich lieber erspart hätte. Aber ist das scheidende daher ein besonderes Jahr? Und wenn, dann eh jedes.
Auf ein Neues.

3 Gedanken zu „Hifi Fragmente

  1. sylvester ist einfach scheisse. ich glaube nur menschen die fasching mögen, mögen auch sylvester. warum können die leute sich nicht einfach zu hause betrinken. aber meines war insofern besser, als dass ich mit meinem mitbewohner im flur stand, beide müde und abgestandenes bier trinkend und als es dann lauter wurde haben wir uns ein frohes neues gewünscht. der rest war überflüssig. ich hasse sylvester. aber wollte eigentlich bloß auch mal grüße loswerden, und kompliment für manch einen eintrag.

  2. Irgendwie würde ich mir wünschen, dass mich das vergangene Silvester enttäuscht hätte. Dann würde ich nicht so mit meiner “Silvester ist scheiße”-Einstellung hadern müssen. Aber ich grüble und außer ein paar Situationen war Silvester okay.
    Du schreibst Silvester mit y, ich finde diese Schreibweise eigentlich hässlich.
    Und danke. Bis bald.

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