Die Grenzen des guten Geschmacks

Diese Gedichte, dachte ich mir immer, sind wirklich schlecht. Warum tun Menschen sich das an? Besser: Warum tun Menschen so etwas überhaupt und sind sich dann nicht einmal zu schade, ihren Namen unter diese »Werke« zu setzen.
Wenn ich etwas Peinliches im Fernsehen entdecke, muss ich wegsehen oder umschalten. Aus dem gleichen Grund habe ich nur hin und wieder einen Blick in die Rubrik »Grüße« der Lokal-Postille meines Heimatortes geworfen, doch jedes Mal entdeckte ich ein lyrisches Kleinod wie

Kaum zu glauben, aber wahr
die Elisabeth Krause aus Bellersdorf wird heut’ 80 Jahr’!

Entrinnen, indem ich fortan nur überregionale Tageszeitungen las, konnte ich ihnen nicht. Heute entdeckte ich ein zwei Gedichte in anderen Blogs, die damit nicht nur sofort von meiner Blogroll flogen, sondern sich auch Gemeinheit am Menschen vorwerfen lassen müssen.
Welcher Arbeitgeber verlangt bitte von seinen Mitarbeitern, sich in der Öffentlichkeit derart zu blamieren? Er hat entweder kein Herz oder einen verdammt miesen Geschmack.

2 Gedanken zu „Die Grenzen des guten Geschmacks

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