Der Mann, der den Zügen nachsah

Ich mag diese Orte, an denen ich in der letzten Zeit ungewöhnlich oft meine Zeit verbringe. Manchmal frage ich mich, ob man früher, als wir uns in einem Wendehammer trafen, diese Zeit nicht auch an Bahnhöfen hätte verbringen können.

Dass ich die Abende in den Zeiten der Oberstufe mit Freunden in LKW-Wendeplätzen stand oder lag, war dem Umstand geschuldet, dass zwar 100 Meter entfernt eines dieser amerikanischen Fast-Food-Restaurant, die nächste Alternative allerdings etliche Kilometer weit weg war. Klar gab es noch den «Buntspecht», doch einen Sommerabend verbringe ich noch heute lieber draußen.

Bahnhöfe jedenfalls haben mit Wendemöglichkeiten nicht gerade viel gemein. Uns war damals nicht wichtig, woher ein LKW kam und wohin er vielleicht fuhr.
Ist es nicht romantisch, den Fernzügen hinterher zu schauen? Romantischer noch als die Abflugterrasse eines bekannten großen Flughafens, unmittelbarer.

Es ist schön, wenn ein nasser Zug den Regen der Welt unter das Vordach bringt, unter dem man sich nebeneinander auf alten Bänken aus Gitterstahl die Kälte aus den Armen klopft.

Ein Gedanke zu „Der Mann, der den Zügen nachsah

Schreibe einen Kommentar zu juna Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.