WWDC2005: Yes, it’s true!

Mac OS X on Intel
Copyright 2005 by Apple, weitere Screenshots bei Flickr.

Ich habe in Gesprächen ab und zu erwähnt, dass ich die Pentium-M-Architektur von Intel für die leistungsfähigere halte. Dass die PowerPC-Architektur aber die “hübschere” ist, bestätigte ich ebenso.
Nun wird Apple nächstes Jahr damit beginnen, statt IBM-Prozessoren Intel-CPUs in ihre Computer zu bauen. Auf der heutigen WWDC-Keynote lief die Präsentation bereits auf einem Intel-Mac, eine Intel-Ausgabe vom Betriebssystem OS X 10.4.1 gibt es ebenfalls schon. Man habe “für den Fall der Fälle” bereits alle Programme parallel für beide Plattformen entwickelt.
Die zuerst aufkeimende Frage, ob das Apple-Betriebssystem auch auf “normalen” Intel-Computern laufen wird, hat Jobs verneint. Ich habe die Gerüchte im Vorfeld der Konferenz nicht glauben können, denn würde Apple komplett auf eine Intel-Plattform wechseln, könnte die Hardware aus Cupertino wie Blei in den Regalen liegen. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass nur die CPUs von Intel stammen und Apple die Mainboards selbst herstellt, auch der Grund, warum OS X weiterhin nur auf von Apple gefertigten Computern laufen soll und heute lediglich Intel-Prozessoren erwähnt wurden.

Ich fühle mich ein bisschen komisch, auch weil der Schritt ein recht großer ist. Obwohl der Portierungsaufwand heute abend heruntergespielt wurde (Mathematica 5 sei in nur 2 Stunden portiert worden, es mussten 20 Zeilen Code abgeändert werden), ist dies eine signifikante Veränderung. Zwar sollen beide Plattformen gleichwertig behandelt werden, aber es besteht kein Zweifel daran, dass die PowerPC-Architektur die aussterbende ist. Programme für diese Architektur werden auf Intel-basierten Macs mit Hilfe der Emulatorschicht “Rosetta” ausgeführt werden, heute abend gelang dies bereits unter anderem mit Photoshop CS 2. Adobe hat angekündigt, die erste Firma sein zu wollen, die ihre gesamte Produktpalette für Intel-OS X anpasst.

Im Laufe des Jahres 2006 werden die ersten Macintoshs mit Intel-CPUs ausgeliefert werden, im Jahre 2007 sollen bereits alle Modelle mit den neuen Prozessoren arbeiten. Es könnte sein, dass es niemals ein Powerbook G5 geben wird, da Intel die Dual-Core Mobilprozessoren zu Beginn des nächsten Jahres einführen möchte. Obwohl heute davon ausgegangen wird, dass der Mac Mini der erste Mac mit Intel-Prozessor sein wird, wäre gerade ein sehr leistungsfähiger Prozessor in den mobilen Top-Modellen von Apple ein Killerargument; es gibt bisher nicht einmal in den Desktop-Modellen eine Dual-Core-Variante des G5. Dass Apple Anfang des Jahres ein Powerbook G5 als die Mutter aller Hitzeprobleme bezeichnete und sich Jon Rubinstein im Interview zu diesem Thema sehr bedeckt hielt, spricht auch gegen die Einführung dieses Prozessors in die mobilen Rechner.

Und doch: Irgendwie ist man enttäuscht und weiß gar nicht so recht warum.

Ein Gedanke zu „WWDC2005: Yes, it’s true!

  1. Das mit dem “Nur auf Apples Intels” glaube ich nicht so ganz. Das alte prä-PPC OS lief damals recht problemlos auf Amigas, teilweise sogar schneller als im Original… Mittel und Wege finden sich immer, sogar wenn sowas wie TPC zum Einsatz kommen sollte.

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