WOM

Wir sitzen zusammen im Wohnmobil, als ein uns bekanntes Gesicht am Fenster vorbei läuft, zögert, einen Zettel aus der Tasche zieht und uns entgegenstreckt.
“ABKISYN”
Ich öffne die Tür und Robbie Williams fragt mich, was das Wort bedeutet. Ich rate “abküssen” und liege wohl nicht ganz daneben, das Schild hat er von einem Fan. Weiter gehts im Wohnmobil durch französische Bergdörfer – das Auto ist mittlerweile voll, übervoll – als uns eine Straßensperre aufhält. Irgendein ebenso teures wie großes Auto mit Blaulicht am Kühlergrill kommt uns entgegen, der eigentliche Grund ist aber ein Verkehrsunfall mit im Motoröl liegenden Toten. Ich drehe mich um, Herr Williams ist verschwunden.

Nie das WOM-Musikmagazin vorm Schlafengehen lesen! Ich kann einen Zusammenhang mit dem Kurzfilm heute nacht nicht ausschließen. Was mir auffiel: Es gibt Seiten im CD-Review-Bereich, auf denen aussschließlich “Best Of”-Alben rezensiert werden. Da sich auf diesen Seiten die Besprechungen dicht tummeln, halte ich das einen schönen Indikator für den Weihnachtswahn. Mir wäre, als hätte ich letztens eine Umfrage über die unbeliebtestens Weihnachtsgeschenke gelesen. CDs waren dabei, doch habe ich einen Freund, für den sie beliebtes Mittel sind, um die Eltern mit ganzen Diskographien ihrer Jugendidole zu besänftigen. Selbst heruntergeladen und gebrannt natürlich. Zitat aus “Gerechtes Brett” der Sterne:

Vielen Dank, dass sie diesen Tonträger kaufen werden.
Sie unterstützen mit diesem vorbildlichen Verhalten
eine ganze Industrie, die nichts anderes im Sinn hat,
als eventuelle Gewinne in die Förderung junger Talente und
die Erhaltung der Vielfalt des öffentlichen Kulturlebens
fließen zu lassen. Dazu benötigt sie natürlich ihre Kohle,
die sie nicht bekommt, wenn sie den Scheiß einfach kopieren oder
aus dem Internet runterladen, sie Arschloch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.