Wladimir Kaminer – Russendisko

Sein erstes Buch und jenes, was ihn in Deutschland bekannt machte, ist Russendisko. Aber warum? Nachdem ich von einigen Seiten hörte, Kaminer sei lesenswert, habe ich genau das getan.
Warum ist Kaminer lesenwert? Die Antwort findet man nicht in diesem Buch, dass eine gebundene Aneinanderreihung belangloser und langweiliger Geschichten ist. Dumpfe, vermeintlich witzige Sätze beschreiben dümmlich wirre Situationen. Auf Seite 166f heißt es zum Beispiel

“Ich habe Knochenkrebs, die deutschen Ärzte wollen mir ein Bein abhacken. Halten sie das auch für notwendig, oder gibt es vielleicht eine Alternative?”
“Es gibt immer eine Alternative” erwiderte der Radiodoktor. “Essen sie Blei!”
“Was esse ich?”
“Sie sollen Blei essen. Viel Blei” wiederholte der Doktor und legte müde den Hörer auf. Noch ein Menschenleben gerettet.

Die auf dem Rücken abgedruckte Kritik der Süddeutschen Zeitung

Ruft noch jemand nach dem großen Berlin-Roman?
Bis der kommt, mag man sich mit Kaminer vergnügen und dessen Expeditionen durchs Dickicht der Stadt.

trifft zu: Ich rufe nach dem Berlin-Roman und würde mich wirklich gern mit Kaminer vergnügen. Aber nicht einmal die Süddeutsche hat eingeräumt, dass dies überhaupt möglich ist.

Kaminer ist langweilig. Ich kann verstehen, dass jemand nur Missgunst übrig hat, der den ersten Schritt in die Popliteratur mit diesem Buch versuchte.

3 Gedanken zu „Wladimir Kaminer – Russendisko

  1. Ich mochte das Buch. Ich sehe auch nicht, warum das ein Schritt in die “Popliteratur” sein sollte. Es war kein großer Wurf, das sicher nicht, aber ein netter Snack für zwischendurch, und das hat ja letztlich auch die Süddeutsche gemeint. Langweilig finden darfst du es natürlich trotzdem. :)

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