Willkommen in der Groupie-Lounge

Ich erwähne noch immer in der Antwort auf die Frage, welches mir das liebste Konzert gewesen sei, jenes von Blobkanal und Kamera hier in Marburg, das erste nach Studienbeginn, und das Konzert der Weakerthans, bei dem ich im Weg von John K. Samson stand und ein paar Worte wechselte, als er auf die Bühne wollte.
Seine Ausstrahlung habe ich heute noch im Gedächtnis, doch ich bin weit davon entfernt, mir Bilder von ihm in die Wohnung zu hängen oder als Desktop-Hintergrund einzusetzen.

Leo im BettIn meiner Bekanntschaft existieren derartige Strömungen mit anderen Künstlern. Die Hintergrundbilder können nicht schnell genug wechseln, um keinen zu vergessen. Diminutive der Vornamen unterstreichen die Lächerlichkeit, als Spaß ist das schon längst nicht mehr deklarierbar.
Ich verachte das Groupietum, dass deutlich vom Fan-tum zu unterscheiden ist. Wer auf Konzerte fährt, um anzuhimmeln (jaja, die Musik, …), verhält sich lächerlich. Wer fünfunddreißig mal das gleiche Video anschaut wegen des Sängers, wer alle mit Vornamen anredet, um Verbundenheit zu signalisieren und wer all dies leugnet, während er verlegen grinst, ist dieser Strömung anhängig.
Der dann die Bravo nicht mehr liest, kein “Teen” sondern “Twen” ist und sich im infantilen Verhalten suhlt.
Und mich rasend macht.

Ich weiß mittlerweile sehr gut, warum mein Opa sich früher über mich aufregte und stets sagte “höre auf zu spinnen”. Aber auf mich hört ja keiner.

2 Gedanken zu „Willkommen in der Groupie-Lounge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.