Wenn man im Atmen innehält

“Ich glaube, ihr braucht jetzt erst einmal Abstand.”
Ich verlangsame meine Schritte um das telefonierende Mädchen nicht weit hinter mir zu lassen. Ein Schlendern vorzutäuschen ist einfach in dieser Samstags immer überfüllten Fußgängerzone. Die Worte klingen seltsam vertraut und doch weiß ich, dass sie nur aus dem Film stammen, den ich mittlerweile zehnmal geschaut habe, den ich wieder und wieder lebe. Sie haben sich also auch an einem Freitag getrennt.

“Er wird vermutlich gar nichts sagen – jetzt im Moment.”

Wir sind hier angekommen, ohne es wahrzunehmen,
hier wo die Nacht nicht dunkel wird und der Tag nicht wirklich hell

geht mir durch den Sinn, irgendwie kenne ich die Situation, teils schwebt man in einem Vakuum, teils knallt man ungebrembst auf harten Beton. Aufwachen tut weh. Von gestern hallen Worte nach, ein Beitrag im Poetry Slam brachte das auf den Punkt. Ich höre es regnen. Es regnet Termine, Vorwürfe, es regnet Worte, Pflichten und ich habe nicht einmal einen Schirm.

“Es war vielleicht nicht das Richtige.”
Ich verabschiede mich im Stillen, bevor ich durch die nächste Menschentraube in die dunkle Gasse tauche.

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