Warum die Blogosphäre mehr ist als tumbe Selbstbeweihräucherung

Als wir heute morgen auf die Lahnberge fuhren, versuchte mich der Freund mit dem Vorwurf, Blogs würden lediglich aus Gründen der Selbstprofilierung und -präsentation geschrieben, zu einer angeregten Diskussion hinzureißen.

Private Blogs dienen selbstverständlich zu einem gewissen Maße der Selbstdarstellung, wie allerdings auch ein Gang in die lokale Einkaufsstraße oder ein Besuch beim Friseur. Für diese Blogs wird oftmals der Grund der Zuhörerschaft durch die Leser bei Problemen ausgekramt und es mag sein, dass sie manchem den Psychiater ersetzen. Sie gehen für viele einher mit dem Beigeschmack des »fishing for compliments« und manchem geht es nach einer Portion Mitleid tatsächlich besser.
Weiterhin gibt es Weblogs wie jene eines bekannten A-List-Bloggers, die allein für die Leserschaft schreiben. Auch meines sollte dieser Kategorie zugeordnet werden. Sie dienen nicht weniger der Selbstdarstellung und ich freue mich über jeden Kommentar und jede Spitze in der Grafik der Besucherzahlen. Das absolut Faszinierende ist allerdings das Netzwerk, das sie dahinter aufspannen und die Erreichbarkeit von Ressourcen, die vor wenigen Jahren noch verborgen geblieben wären: Heute erreichte mich ein Kommentar von einem SXF zum Eintrag Als wir träumten.

In meiner Diplomprüfung im Nebenfach Medienwissenschaften lasse ich mich auch über den Bereich »Kommunikation in den neuen Medien« prüfen. Die Dozentin brachte im Vorgespräch die Blogosphäre ins Gespräch und wunderte sich, was deren Reiz ausmachen würde und deren Präsenz im Kommunikationsdiskurs. Auf diese Frage und ihren Satz »vielleicht bin ich einfach zu alt« konnte ich spontan nichts erwidern.
Heute wüsste ich eine Antwort.

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