Von der Wahrhaftigkeit

Jene waren bereits da, die solche Feste verklären – die Stadt hat Maschinen geschickt.
Die Verluste in unserer Gasse halten sich in Grenzen, ich glaube, es fiel nur ein Fahrrad; die Scherben zahlreicher Flaschen zeugen von den geschlagenen Schlachten.

Die Maß- und Stillosigkeit solcher Festivitäten und deren Besucher ist Thema eines treffenden F.A.Z.-Blog-Artikels von Herrn Alphonso. Die Theorie, dass Volksfeste ähnlich Intelligenztests seien und beeindruckend treffergenau wie jene mit dem Begriff Bauernfänger wunderbar paraphrasierten, den Nachthimmel erhellenden, Suchscheinwerfer vor Diskotheken, ruft oft vehementen Widerspruch hervor.
Je häufiger ich die kaputtgetretenen Räder, die Splitter in den Nebengassen und die vom Alkohol sturmreif geschossenen Körper der Passanten sehe, desto lauter möchte ich schreien: Schaut doch hin!

Kästner schrieb vor Jahren:

Sie tranken rüstig Glas auf Glas
und hatten Köpfe bloß aus Spaß
und nur zum Hütetragen.
Sie waren laut und waren wohl
aus einem Guß, doch innen hohl,
und hatten nichts zu sagen

— Erich Kästner – Klassenzusammenkunft

Ich erinnere die korporierten, in die Stadt Urinierenden, die zeitgleich riefen: »Studenten, Studenten! Wir zahlen eure Renten!«
Ein Prosit der Verazität!

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