Vom Desaster zur Ruhe

Der Balkon ist ungefähr acht Quadratmeter groß. Für eine Wohnung in dieser Lage ist das ungewöhnlich und einer der Gründe, warum wir hier wohnen. Dennoch nutzen wir den Balkon selten, meistens zur Aussaat neuer Samen, die wir von unserer Hausbank zugesendet bekommen. Die Lage Richtung Süden ist dabei ein Großteil des Jahres von Vorteil, an heißen Tagen wie diesen macht sie jedoch einen Aufenthalt ebenda ab etwa elf Uhr zu unangenehm.

Nur Meter vor dem Stopp

An heißen Tagen wie diesen ist allerdings ab elf Uhr alles unangenehm; das treibt mich aus dem Bett zu einer Zeit, die nicht meine ist. 100 Kilometer zu fahren über die Dörfer im Hinterland heißt übersetzt, dass man morgens um sieben im Sattel sitzen sollte, um nicht in die Hitze zu kommen.

Dass ich seit über einer Stunde bei angenehmen Temperaturen auf dem besagten Balkon sitze, mit einem Kaffee aus der italienischen Espressokanne und einem französischen Buch, liegt an der Tücke des Verbundstoffs Carbon und daran, dass der Auszubildende keinen Drehmomentschlüssel hatte in der Werkstatt, die mir die Pedale montierte.

Ein Morgen vor der Wohnung

Die himmlische Ruhe des Nordfriedhofs fällt dann viel deutlicher auf, wenn bei etwas über 30 Kilometern pro Stunde das Pedal ausreißt und man anhalten muss. Nur die fünf Kilometer nach Hause in Rennradschuhen, dieses monotone Geklapper vorbei an den Überbleibseln einer Elektromusikparty der vergangenen Nacht, ist unangenehm. Doch immer noch besser als ein Wasserrohrbruch. (Dort entlieh ich den Titel des Beitrags.)

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