Unsere Preise 2006

Irgendwann passen einem die Trainingsjacken nicht mehr, sagte ich, als er mich auf meinen vermeintlichen Vorsatz für dieses Jahr und auf den neuen Mantel ansprach. Irgendwann wächst man heraus und merkt, dass mit manch neuem Pullover unbekannte Erwartungen mitschwingen: Nie habe ich mich im Café Trauma unwohler gefühlt, als beim grandiosen “Den Rest regelt die Natur” Tour-Auftakt von SMAAT (der ersten Boygroup der Poetry Slam-Geschichte) am Samstag. Vielleicht lag das aber auch an Menschen, die ohne Hemmungen während der Lesung telefonierten oder an dem alten “Korporierte unerwünscht”-Schild, das genau über einem Zettel “Wir dulden keine Diskriminierung” an der Eingangstür hängt.
Vielleicht wird mir auch das Trauma zu klein, in dem ich noch vor ein paar Jahren mitgearbeitet hätte.

Seit ebenso vielen Jahren besitze ich meine Schreibtischleuchte, eine dimmbare Halogenlampe. Vorher habe ich nie eine Halogenlampe in Verbindung mit einem stufenlosen Dimmer gesehen und vor vielen Monaten entdeckte ich den guten Grund in einer unablässig brummenden Birne. In gedimmten Stufen sehr laut, bei voller Helligkeit noch immer deutlich hörbar, was ein konzentriertes Arbeiten unmöglich macht.
Heute habe ich mich endgültig gegen die Bankers Lamp entschieden, sie passt nicht hier herein. Stattdessen habe ich bei ebay zwei Modelle mit normalen Leuchtmitteln gekauft, eines für den Schreib-, das andere für den Nachttisch. Es fällt mir leichter, mich von meinem fiependen Sondermodell als von T-Shirts zu trennen.
Es sei denn, jemand hat Interesse an einer hässlichen, schwarzen, brummenden Lampe.

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