Und wer von uns bei 10 noch steht, hat Recht

Ich habe eine wirklich grausame Handschrift und gerade, wenn ich mir nicht mehr ganz sicher bin und Sätze wie “geht ja eigentlich” in meinem Kopf herumschwirren, präsentieren sich Schriftbilder, die mir wesentlich besser gefallen. Zu allem Überfluss stammen diese häufig von Menschen, denen man keines in solcher Qualität zu getraut hat, weil man seit der Schulzeit glaubt, Jungen können nicht schön schreiben und den einzigen diese Behauptung widerlegenden Klassenkamerad in die Schublade “regelbestätigende Ausnahme” steckt.
lachen
Man wird mit den Jahren anspruchsloser (jedenfalls bezüglich der Akzeptanz seiner eigenen Schreibe) und so entdeckt man in der eigenen Typographie sympathische Eigenheiten. Neben dem großen W (das durch exzessive Ausformung der Serifen eine deutlich höhere Möglichkeit für eigenen Stil bietet) sind mir meine Kleinbuchstaben g und h sympathisch, sofern sie mitten im Wort vorkommen.

sagen
Handschrift verrate viel über ihren Verfasser, habe ich einst gelesen. Die Profiler in der Leserschaft reiben die Hände und finden nur Uninteressantes. Ich für meinen Teil werde mich ergötzen an Wortanfang-Ws und den üblich verdächtigen Kleinbuchstaben, die meinen Schreibfluss stets jäh unterbrechen. Gespannt auf die nächsten Auswüchse des typographischen Darwinismus werde ich mein f verbessern, das mir nur konkateniert mit Seinesgleichen gefällt.
Donaudampfschifffahrtsgesellschaft als Trainingsparcours.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.