To Damascus

Ich trage die Kamera herum, doch mache nie Fotos. In den Augenblicken, in denen ich staunend mit offenem Mund im Wind stehe, vergammelt die Kamera in den Taschen meines Rucksacks, der nach Reise riecht.
Die Bilder im Kopf kann ich niemandem zeigen; Ich finde es nicht schade und denke sehr oft «wärst du doch dabei». «Bilder bedeuten mir wenig» pflege ich immer zu sagen und schaue mir deine Fotos bloß an, um dich zu sehen. Die Hintergründe sind schmückendes Beiwerk, ein Landschaftsfilm, der mich schwer interessiert, wenn ich selbst noch nicht dort war. Die Liste der Länder, in dich ich mal fahre, wird von Tag zu Tag länger und ich frage mich «wie willst du das schaffen?»

Ich lege das Buch zur Seite und klappe den Laptop zusammen, schließe die Augen.
Dieses Bett, dieses zu Hause bedeutet mir viel. Und doch zieht es mich raus an die Gleise, ich winke den Zügen und neide der Fahrt.
«Irgendwann» – sage ich wie ein kleines Kind – «wenn ich groß bin» – das nie erwachsen werden möchte. Und nächste Woche schlafe ich wieder woanders.

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