Thomas Bernhard hätte geschossen

Nicht einmal Fahrradfahrer halten die Hand vor den Mund, wenn sie gähnen. Eine Pandemie, gegen die Vogelgrippe wie eine Kinderkrankheit wirkt. An Bushaltestellen, Supermärkten und Einkaufsstraßen kommt einem täglich mindestens eine Person entgegen, die den Blick in den Rachenraum ermöglicht. Heute war es gar ein Angestellter der Personenbeförderungsbetriebe, der mich stumm anschrie.

Vor mehr als einem Jahr stellte ich das Bedürfnis nach einem omnipräsenten Notizbüchlein fest. Heute besitze ich zwar einen A6-formatigen Block, der Notizen für Zeitungsartikel aufnehmen sollte, mir aber zum täglichen Mitführen noch immer zu groß ist. Vorlieb nehme ich zur Zeit mit der Memo-Funktion des Mobiltelefons, die mich immer wieder kurze Fragmente aufnehmen lässt, welche ich zu Hause nicht selten erfolglos zu entschlüsseln versuche. Für praktikabel halte ich diese Technik auch nur an vergleichsweise menschenleeren Orten. Wer Sätze wie “nicht einmal die Fahrradfahrer halten die Hand vor den Mund, wenn sie gähnen” auf der Heimfahrt im Bus ins Handy spricht, erntet ebenso fragende Blicke wie der erwähnte Fahrer des Velozipeds.

An einem der Tage, deren Soundtracks aus Mixtapeliedern bestehen, stellte ich fest, dass ich Kassetten besitze, die mit “Happy End” beginnen.

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