“Telefon!”

Mein Telefon ist mein bester Wecker. Man muss dazu sagen, dass es ein Modell aus den 50er Jahren ist, ausgestattet mit Wählscheibe und echtem Geläut. Als Doreen heute morgen um 5:30 Uhr also anrief, war ich bereits während des zweiten Klingelns am Apparat und wirkte jedenfalls so wach, dass sie nachfragte, warum ich so schnell am Telefon sei.
Da ich schon immer dem Schlafen zugeneigt war, hatte ich als Kind einen Wecker, wie ihn viele von früher kennen: Ein kleiner Hammer schlägt abwechselnd zwei metallne Halbkugeln an, der Lärm ist kaum zu überhören. Die Ausgabe, die mir meine Eltern in der frühen Jugendzeit zukommen ließen, hatte etwa die Maße von 30×30 cm. Man kann vermuten, dass die Lautstärke des Alarms proportional zur Weckergröße zunimmt. Stimmt.
Ich kann mich nur an ein einziges Mal erinnern, als meine Mutter den Wecker ausschalten musste, weil ich entweder über die Monate gelernt hatte, meine Ohren im richtigen Moment zu schließen oder in der Lage gewesen sein musste, selbst Geräusche dieser Intensität zuverlässig in meinen Träumen verstauen zu können. Mit meinem Handy und anderen Lauten gelingt mir dies heute noch in beeindruckender Weise, so dass Anrufversuche zu Schlafenszeiten meist nicht von Erfolg gekrönt sind – wenn sie auf dem mobilen Gerät erfolgen. Jedenfalls muss dies wohl das Ende der Ära dieses Wecker eingeläutet haben, in Mehrfamilienhäusern kann man ihn aus Rücksicht auf die anderen Parteien sowieso nicht einsetzen, so dass er heute noch bei meiner Oma steht und auf seine zweite Chance wartet.

2 Gedanken zu „“Telefon!”

  1. ich war auch schon immer dem schlafen zugeneigt Рzumindest nachts, des ̦fteren. ich m̦chte gar anmerken, dass dieses weder hinderlich noch ungew̦hnlich noch gar von gesteigerter relevanz zu sein schien Рbis heute.

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