Sommerlied

Geruht, geschlafen hab ich kaum
Ich schrecke hoch aus einem Traum
Ich hab geträumt weiß nichtmal was
Mein Kissen ist von Tränen nass
Ich weine doch schon lang nicht mehr
Wo kommen dann die Tränen her?

Die Straße fällt nach Süden, es muss Süden sein, den Hang hinauf. Der Schneematsch heißt mich willkommen zurück; ich war selbst nicht sicher, ob und wann, jedenfalls dass ich so schnell nicht wieder hier sein würde. Du weißt warum.

Geht man ein paar Kilometer weiter am Ufer des Sees kommt man zu einer jungen Frau, die enttäuscht mit den Wellen spricht, man hört es aus jedem Satz, den wir uns sagen. Als wir an der Stelle vorbeifahren, hören wir ein Wispern in der Luft, dass uns kalte Schauer über den Rücken treibt.

Während du eine Mutter zitierst, denke ich »pass auf«. Im Zug später rasen rosige Berge an uns vorbei. Ich sage Dinge, die ich noch nicht wissen kann.
Und du sagst »Pass auf«.

— Hannes Wader – Schlaf Liebste

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