Schwachsinnige Partei Deutschlands

Wir leben länger, arbeiten aber nicht länger, sondern insgesamt eher kürzer.
Und da muss man gar nicht Mathematiker sein, da reicht halt Volksschule Sauerland um zu wissen: kann nicht hinhauen.

Den ersten Gedanken darf ich nicht schreiben, möglicherweise verklagt mich dann ein mitlesendes SPD-Parteimitglied wegen Beleidigung seines Ober-Muftis (man verzeihe mir die Wortnähe von “Mufti” und der oben – übrigens aus der Tagesschau zitierten – Textpassage des Herrn Vizekanzlers).

Was “kann nicht hinhauen”? Wo ist die Basis dieser Rechnung? Floskel-Franz im Einsatz: »Achtung, ich bin einer von euch!« ruft der Herr Besserverdiener vom Podium, um den (seit gerade) Seinigen ins Gesicht zu schlagen. Wer länger lebt, soll gefälligst länger arbeiten, damit er von der Forschung in Sachen Schulmedizin, die er – ungefähr – 45 Jahre mitfinanziert hat, weniger profitiert. Und das lässt sich die Bundesregierung mit ihrer Initiative 50plus richtig was kosten.

Vielleicht fehlen mir ein paar Informationen, vielleicht ist der Herr Müntefering aber auch einfach schlauer als ich. Aber:

  • Warum bitte muss länger gearbeitet werden, wenn die Arbeitslosenzahlen von fehlender Arbeit sprechen?
  • Warum subventioniere ich “die Alten” mit horrenden Beträgen, während die Jugend aus Aussichtslosigkeit Amok läuft (diese bösen Killerspiele!). Weswegen ermögliche ich demjenigen, der vielleicht nicht mehr arbeiten möchte, keinen früheren Eintritt ins Rentenalter (Konditionen sind zu klären!) und damit dem Schüler, der am Lehrstellenmarkt vielleicht leer ausgehen würde, keine Berufsausbildung?
  • Warum also wird in Zeiten des Wohlstands und des technischen Fortschritts davon nichts an den Teil der Bevölkerung zurückgegeben, der das Erreichen dieses Zustandes ermöglicht hat?
  • Warum nennt sich die SPD sozial?

Argumente für diese Regelung kommen – natürlich – aus der Wirtschaft. Die Gesellschaft altere und es gäbe immer weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, stellt Herr Schleyer vom “Zentralverband des Deutschen Handwerks” fest.
Den Gedanken, die Zahl jener Beschäftigungsverhältnisse zu verringern, die Last des Sozialsystems also wieder auf mehrere Schultern zu verteilen, blendet er aus. Er ignoriert damit die soziale Verantwortung der Unternehmer; symptomatisch für den perversen Profilierungszwang der durchlobbyisierten Politik (bevor der SPD-Sympathisant hier “siehste!” ruft: deine Partei ist mindestens ebenso ignorant).

Ein Wort, das Arbeitnehmervertreterhyänen nicht gern hören: Deregulierung.
Und der Glaube an das Gute in den Menschen und den Konzernen. Aber wahrscheinlich sind jene in den marmornen Vorstandsetagen ähnlich weltfremd wie die gewählten Bundeshornochsen in Berlin. Doch ersteren traue ich mehr.

In aller Freundschaft:
Weil die SPD ja gerade an ihrem neuen Grundsatzprogramm arbeitet, empfehle ich dringend die Aufnahme folgender Passage:

Die Volkspartei SPD ist die treibende Soziale Kraft Deutschlands!
Jedem Bundesbürger steht nach seinem Arbeitsleben, dessen Dauer mit seiner Lebenserwartung gekoppelt ist, eine Rentenzeit von maximal fünfzehn Jahren zu.
Die Initiative 82plus hilft Menschen beim Verlassen ihres maximalen Rentenalters bei der Wiedereingliederung ins Berufsleben!

Ein Gedanke zu „Schwachsinnige Partei Deutschlands

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.