Schiehallion

Vor drei oder vier Jahren stand im Raum, zusammen mit einem Freund an einer Tour gegen Atomkraft in England mit dem Fahrrad teilzunehmen. Ich kann mich noch erinnern, dass wir schauten, wie man mit dem Rad nach Dover käme, die Strecke führte von dort aus nach London. Wir beide schauten uns an, weil ziemlich gut klang, mit einer international zusammengewürfelten Gruppe abends zu zelten und die Strecke in ein paar Tagen hinter uns zu bringen. Natürlich kam damals irgendetwas dazwischen, aber die Tour habe ich niemals vergessen.

Segways in a row

Ich erinnere noch diesen Moment an einem ersten April, an dem man mir sagte, man hätte mein Rennrad entsorgt. Ich rief am nächsten Morgen noch einmal zurück in der Hoffnung, dieser schlechte Scherz löse sich auf. Es war ein altes Rennrad, mindestens halb so schwer wie ich, in strahlendem Metallic-Grün, und hatte kurz zuvor neue Schläuche, Mäntel und Bremsen bekommen. Weil die Hebel der alten Zehn-Gang-Schaltung am Rahmen befestigt waren und ich mich daran nie gewöhnen konnte, habe ich den ein oder anderen Nerv auf der Strecke gelassen (wenn Fußgänger kamen oder Radfahrer nach einer sportlich genommenen Kurve).

Die für vorletzten Herbst geplante Tour von Kiel Richtung Osten haben das Wetter und eine Erkältung verschoben. Es liegen originalverpackte Satteltaschen im Keller, and’res Gepäck und ein obsolet gewordener Plan. Und nun ist es gerade wieder so weit, ich bin in der Stimmung, in der ich auf einem Rad gut aufgehoben wäre. Alleine oder zu zweit. Ich hätte die Tour damals in England wirklich gerne gemacht, lieber Freund.

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