Reisen wie vor einhundert Jahren

Dass ich gern mit der Bahn reise, hat sich bereits herumgesprochen nicht nur unter denjenigen aus meinem Freundeskreis, die passionierte Autofahrer zu sein scheinen. Es ist nicht so, dass ich ungern Auto fahre, aber an Tagen (wie dem vor ein paar Wochen), an denen ich zu einer Besprechung nach München reise, ist zehn Stunden Bahnfahrt deutlich angenehmer als eine vergleichbare Autofahrt.

Die Reisekiste

Der einzige Gegenstand in meinem Zimmer, der deutlich mehr Bahnkilometer zurückgelegt hat als ich, ist die alte Reisetruhe, die ich am Samstag in einer verstaubten Ecke eines Ladens entdeckte, in dem Dinge aus Haushaltsauflösungen verkauft werden. Es ist kein Laden, in dem man normalerweise das Glück hat, schöne Möbel für wenig Geld zu bekommen; er ist einer staubigen Lagerhalle vergleichbar, in der Einrichtungsgegenstände gelagert werden, für die Erben keine Verwendung mehr haben.

Die Kiste jedenfalls ist alt und mit den Initialen des Erstbesitzers versehen. Dass sie bessere Zeiten gesehen hat, ist ihr leicht zu glauben. Der Samstag auf der Zeil und dieser Platz in meinem Zimmer sind die sonnigsten Plätze seit sehr langer Zeit.

Wäre da nicht der BlackBerry
und wärst du mitgefahren (nicht nur zum Tragen!),
ich hätte mich noch ein bisschen mehr gefühlt
wie auf einer Reise vor einhundert Jahren.

Ein Gedanke zu „Reisen wie vor einhundert Jahren

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