Out of the dark

Die zweite Nacht in Folge verbringst du bei deiner Freundin. Eher wohnungslos, zwischen zwei Orten, aus der einen Wohnung sozusagen aus-, aber in die andere noch nicht eingezogen.
Die letzten Male, die du in dieser Wohnung verbracht, gewohnt hast, waren Zeitpunkte in einer sehr anderen Phase deines Lebens. Als Doreen lieber außerhalb als hier schlief und du ja auch kein zu Hause hattest und den Kater zum Aufpassen. Tage also, an die man sich so gern nicht zurückerinnert, weil etwas Melancholisches mitschwingt, weil die Stimmung noch immer transportiert wird und du noch weißt, wie es damals war, welche Texte du damals auf dieser Tastatur geschrieben hast. Neulich hattest du wieder diesen Geruch in der Nase, der dich an die Zeit erinnert hat, eine Situation, die damals hätte stattfinden können. Stattgefunden hat.
Nie hast du so wenig gefühlt beim Zusammenräumen deiner Möbel, beim Abreißen der Plakate und ausräumen der Schränke, nie warst du fast froh, eine Wohnung hinter dir zu lassen, einen Zeitabschnitt, einen Ort. Gleichzeitig hast du dich selten so gefreut auf einen Umzug, auf das neue Viertel, auf die neue Wohnung.
Was außerdem endlich wieder Spaß macht: Du weißt vor lauter Arbeit nicht, wo du anfangen sollst. Der Umzug kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, aber das ist immer so. Und ehe du dich versiehst ist Weihnachten.

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