On Air

Darren HanlonNach dem Hype der Podcasts durch die Integration in iTunes und ITMS möchte ich das Augenmerk einmal zurück auf ein älteres Medium, das Webradio, richten. Vor zwei Jahren wurde mir die Adresse eines fantastischen Streams zugeschanzt, der im letzten Jahr Dauergast in meinem Musikplayer war: Rock sticks Bubblegum. Durch diesen Stream lernte ich The Magnetic Fields kennen, die Kaufentscheidungen für ein paar Tonträger meiner Sammlung fußen auf der Playlist des Radios.

Als ich vor ein paar Stunden nach längerer Pause wieder einschaltete, begeisterte mich sofort das erstgespielte Lied: “She Cuts Hair” von Darren Hanlon, einem australischen Singer/Songwriter der Klasse Eels oder Kristofer Ã…ström.
Einblick in jeweils ein Lied seiner Alben gibt es per RealPlayer auf der Webseite, trotz dürftiger Qualität überzeugen die Lieder und lassen mich mindestens von den LPs “Litte Chills” und “Early Days” träumen, die ich bei unerwartetem Geldsegen über den Plattenladen meines Vertrauens bestellen werde.

Beim Blick durch die Plattenkiste fiel mir die 3-LP-Box “Black Magic Woman” von Fleetwood Mac in die Hände, die ich irgendwann auf einem Kölner Flohmarkt recht günstig erwarb, von der mir aber nur eine LP wirklich gut gefällt. Seit Andi heute morgen vorbeischaute, wir auf den Song Landslide zu sprechen kamen und ich diesen auflegte, läuft Fleetwood Mac (1975, Vorgänger des erfolgreicheren Albums Rumours) rauf und runter. Eine ähnliche, wenngleich weiter zurückliegende Neuentdeckung stellt die Pretenders-Platte Learning to Crawl dar und mittlerweile schaffe ich, das schlechte Gewissen wegen der Einordnung in die Kategorie “Mainstream” zu ignorieren. Fehlt noch, dass ich in 20 Jahren Avril Lavigne für mich entdecke… Wobei ihre Platten heute eher im Fach Punk-Rock oder gar Hardcore zu finden sein dürften.

Vermutlich ausgeschlossen, liegt doch der Grund des Niedergangs der Musikindustrie nicht in den Raubkopierern aktueller Tonträger sondern vor allem in der mangelnden Qualität auf den Markt geworfener Produkte.
Im Gegensatz zu den erwähnten Webradios nämlich sind private “echte” Radiosender vor Langem unhörbar geworden.

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