Niemals ankommen

Seitdem ich das letzte Mal hier gewesen bin, ist einige Zeit vergangen. Wenn ich mich recht entsinne, kam ich aus Tübingen, machte einen Zwischenstopp in Augsburg, und weil die Stadt auf den ersten trüben Blick im Winter langweilig und das Museum der Augsburger Puppenkiste zu klein war für einen ganzen Tag, fuhr ich am späten Nachmittag weiter nach München, setzte mich in die Bahnlounge und überbrückte einige Stunden.

WartehalleAls dieser Bereich gegen 22 Uhr geschlossen wurde, verbrachte ich die letzte Stunde des Wartens in einem der kalten Cafés im ersten Stock des Münchener Hauptbahnhofs, wartend auf den Zug aus Frankfurt, das wunderschöne Mädchen. Seitdem bin ich selten hier gewesen im Wartebereich. Man geht nicht in die Lounge in jener Stadt, in der man lebt. Heute morgen hingegen kam ich absichtich eine Stunde zu früh – mein Zug fährt erst in einigen Minuten – und tauschte den italienischen Espresso, den ich am Wochenende zu Hause oft trinke gegen den kostenlosen Pulverkaffee aus den monströsen Automaten der Lounge. Doch dies ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Der Rest hat damit zu tun, dass ich genieße, wieder öfter zu reisen, Kaffee in den Zügen zu trinken, den Kaffee hier im Wartebereich.

Es gehört dazu, ist deswegen per definitionem angenehm gut. Wie der Kaffee aus dem Automaten im Eingangsbereich der Universität, dessen Nummer ich stets erinnern werde, wie ich die Buchrückenbeschriftung der Kochbücher noch immer erinnre, die ich Zeit meiner Jugend beim Frühstücken las.

Diese Dinge, die man nicht schlecht finden kann, die außerhalb stehen des Wertebereichs.

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