Nice to be in this strange town

Auf Konzerten stören mich doch immer die Menschen.

Da vorn der etwa, der schon als Kind der Freund war, über den man nicht redet. Heute lässt er sich das Rolex-Imitat von einem Kollegen aus China mitbringen und kann auch auf dem Konzert die optimierten Abläufe, die er als Bürofuzzi im mittelständischen Betrieb braucht, nicht ablegen. Darum gibt er seine und die leere Flasche des Kollegen, mit dem nie jemand spielen wollte und der nicht »Nein« sagen kann, vor der ersten Zugabe ab – weil die Theke schön leer ist.

Oder der Bootlegger im Jeansanzug mit seinem Mikro am Revers, der wütend abwechselnd zu mir und dann zu den Mädchen schaut, denen die Musik anscheinend nicht so gefällt. Die lieber reden und das Bootleg versauen.

Oder die von meiner Begleitung als Pinguin-Frau betitelte Mittvierzigerin mit dieser Brille, die jeder Aprés-Ski-Party würdig wäre. Die leider gar nicht singen oder tanzen kann. »Aber andere sind damit auch berühmt geworden« und lässt sich von ihrem weißhaarigen Begleiter etwas bringen, dass wie mexikanisches Bier aussieht.

Dann beugt sich der Mittelstandsingenieur zu meiner Begleitung, “wie cool” das doch sei.
Auf Konzerten stören mich doch immer die Menschen.

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