never change a winning team

Die Übersicht verschiedener Betriebssystem-Anwender, die Knut in seinem Blog gibt und sich damit als glühender Verfechter von Mac OS X outet (ein bisschen Hintergrundwissen sei mir gestattet, schließlich kenne ich ihn ganz gut), geht zwar auf die Vergötterung des freien Systems Linux durch seine Benutzer ein, lässt dieses Phänomen aber bei den Apple-Besitzern außen vor.

Mit meinem Wechsel zu Linux vor etwa vier Jahren verließ ich eine Welt der Neuinstallationen und der Virenproblematik und steckte die freigewordene Zeit in Bastel- und Wartungsarbeiten des Betriebssystems. Gerade in der nicht einfachen Lernphase, der man vor vier Jahren noch stärker ausgesetzt war als dies heute mit einer Vielzahl der Distributionen – glücklicherweise – der Fall ist, verbringt man Stunden mit dem Einrichten von Hardware, die unter Windows dem Slogan “Plug and Play” Ehre macht. Ãœberschreitet man diese Phase, fasst man jedes Nicht-Funktionieren eines Programms als Herausforderung auf und verliert sich in Dateien, deren Existenz der gemeine Windowsbenutzer nicht einmal kennt.
Die sich daraus ergebende Hierarchie zwischen Gurus und Anfängern wird in manchem Support-Forum deutlich und ein Neuling verliert oft nach dem ersten Kontakt die Lust am Lösen seiner Probleme (und damit im allgemeinen an der weiteren Verwendung dieses Betriebssystems), nicht zuletzt weil ihm als Umsteiger von Windows das Lesen von Readme-Dateien nicht in den Sinn kommt und er sich der Möglichkeit beraubt fühlt, Fragen an erfahrene Anwender zu richten. Übrigens ein Grund für den Markterfolg von Windows, da selbst der Nachbar ein Ansprechpartner in Sachen Softwareproblematik darstellt.
Dies ist nicht Problem von Linux allein, das oftmals nur die “Einstiegsdroge” in BSD-Systeme oder andere Unices darstellt. Wer sich hiervon nicht abhalten lässt, bringt sich selbst in Foren ein als Knowledge-Mittelstand und ätzt ab und zu mit scharfkantigen Bemerkungen (vor allem) in Richtung Redmond, doch die Arroganz einer ganz anderen Benutzerschicht ist ungebrochen:

Statussymbol AppleApple-Benutzer lieben ihr System (wie das bereits in Knuts Text durchschimmert), manche verehren es abgöttisch und sind enttäuscht von jeder Preissenkung eines Produkts aus Cupertino, weil sie die Exklusivität in Gefahr wähnen: Sie identifizieren sich mit ihm und das hat wenig mit einem persönlich eingerichteten Desktop zu tun.
Vor allem in der Blog-Szene zu Hause, verfallen sonst seriöse Weblogs wie Industrial Technology & Witchcraft dem Profilieren über unsinnige (und unnötige) Bemerkungen, die beim ersten Lesen bestenfalls ein Schmunzeln hervorrufen.
Immerhin lesbar, verliert die Polemik spätestens in Forenbeiträgen ihren verbliebenen (literarischen) Stil. Was man in PC-Kreisen “die Kiste” nennt, wird hier zu “meinem Baby”, dem man – samt dümmlich wirrer Artikulation – über das Alu-Kleid fährt und sich fragt, warum man all die Jahre unter “Windoof” gelitten und jetzt das Gelbe vom Ei gefunden hat. Hier wird Apple sogar für seine Abzock-Mentalität in Schutz genommen und jeder Versuch einer Intervention und Kritikanregung durch kindergartenartiges Stampfen mit dem virtuellen Fuß vereitelt.

Dies sind Extremfälle, die fehlende Arroganz bei Windows-Anwendern so kommentieren:
Sie können es sich auch nicht erlauben.

2 Gedanken zu „never change a winning team

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