Meran. Wieder. Immer noch.

Vom Chiemsee aus Richtung München und dann das Inntal hinab bis nach Hall. Ampass, dieser Ortsname hat sich eingeprägt als Beginn der rückblickend steilsten Rampe der Tour, die wir wenige Wochen zuvor hinter uns ließen. Als Belohnung winkt der Wilde Mann, ein Gasthaus, das schon wieder zu früh hinter der Rampe wartet – damals hatten wir das Frühstück im Bauch, die ersten argen Höhenmeter in den Beinen und nach Tiroler Küche kein Verlangen. Dieses Mal passierten wir das Gasthaus kurz vor Mittag, waren aber noch satt vom Frühstück am See. Wir werden auf dem Rückweg einkehren, zu einer unmöglichen Uhrzeit, die unsere Auswahl auf eine wirklich kurze Karte beschränkt. Aber wir reden über unsere Pläne, haben ein gutes Gefühl und sind am Ende – wenn nicht überfressen – angenehm satt. Ein Espresso, um auf die Beine zu kommen, um wieder den Fahrersitz zu erreichen.

Auf dem Jaufenpass

Jaufenpass im Nebel

Der Wilde Mann markiert den Beginn der kleinen Bergstraße, die sich gegenüber der Brennerautobahn am Abhang entlangzieht Richtung Brenner und in Matrei auf die alte Staatsstraße trifft. Matrei dann, Brenner hoch, Brenner runter und während der Abfahrt den Blick auf den parallelen Radweg geheftet, der sich irgendwann von der Staatsstraße löst und in einem alten Bahntunnel verschwindet. Die Ahs und Ohs in Richtung des wunderschönen Mädchens unterbrach ich nur durch die Versicherung, dass diese Strecke mit dem Fahrrad noch einmal beeindruckender sei.

Auf der Ellbögenstrecke

Auf der Ellbögenstrecke

Am Fuße dann: Sterzing. Auf dem Hinweg ebenso ignoriert wie den Wilden Mann, auf dem Rückweg allerdings sind wir ins Zentrum gefahren, ich habe auf dem Marktplatz auf den Schwarzen Adler gezeigt und auf die Apotheke, in der ich mein Lippenbalsam erwarb. Am Ende der Fußgängerzone Kaffee und Torte in der Konditorei Prenn, aus der wenige Wochen Don ein Blech Apfelstrudel hinausgetrug und auf dem Radgepäckträger bis nach Meran brachte. Wir importieren ein Blech dieses Strudels in die Heimat, nur teilweise als Miete für das geliehene Fahrzeug. Der Rest – und an einem Blech Strudel isst man recht lang – ist der Nachtisch für die nächsten drei Tage.

Am Fuße des Jaufenpasses

Kaffee über Meran

Den Grafen, das alte Hotel, erreichen wir am frühen Nachmittag. Das Auto hat sich über den Jaufenpass gequält und ich kann es ihm noch nachfühlen, wacker geschlagen und wir tranken einen Tee auf dem Sattel des Passes, während eine alte Münchnerin ihren Mann dazu antrieb, einen Sack Kartoffeln von dieser Berghütte – als gäbe es Kartoffeln allein jenseits der Baumgrenze – ins Auto zu tragen. Über Meran muss man wahrscheinlich nichts sagen, es war wie immer und als uns der Hotelier in seiner eigenen Art zum Auto begleitete und uns auf die Strecke schickte nach Haus – besser sofort und besser schnell – huschte ein Leuchten über seine Augen, er lächelte und er sagte »bis bald«. Das jedoch ist eine andere Geschichte.

Hotel in Meran

Ich in Meran

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.