Medienkultur

Die schlauen Geisteswissenschaftler, mit denen ich Mittwoch morgens im Seminar sitze, gähnen munter in die Runde. Die Dozentin, für die der Begriff elitär negativ konnotiert ist und die Beipflichtungen jener kassiert, die eben noch schwätzten und immergleich schwitzen.
“Objekte selbst können nicht elitär sein” (Dozent) und während Flusser apparatbesitzende Fernsehrezipienten als kritikunfähige Objekte zurückstuft, gackern die hauptstudierenden Magister von morgen kontradiktionsignorierend über befrackte Studenten wenige Straßen weiter.

Es ist für den Empfänger nicht tunlich, die Berieselung durch Abstellung des Apparats zu unterbrechen, um vom Objekt zum Subjekt zu werden. Denn damit würde er seine Funktion aufgeben und aus der Gesellschaft ausscheiden.

(Vilém Flusser, Medienkultur, Hrsg. Stefan Bollmann, Fischer TB, 4. Aufl. 2005, S. 86)

Knuts Satz kreist im Gedächtnis und ich stürze die erste Koffeintablette des Tages mit Kaffee herunter.

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