Macht ihr den Scheißdreck weil ihr blöd seid?

Heute morgen fand der Kocherlball statt. Nachdem die Tradition der Hausangestellten 1904 aus Mangel an Sittlichkeit verboten wurde, findet sie seit 1989 einmal jährlich wieder statt. Wie der Münchner nun einmal so ist, wirft er sich für einmal jährlich stattfindende Veranstaltungen gern in Lederhosen oder Dirndl, die er für traditionell hält, und rottet sich mich Gleichgesinnten zusammen. Natürlich spielt Bier eine Rolle.

Balkon Links Eintritt frei für das Spektakel der Armen

Heute traf man sich um sechs Uhr im Englischen Garten zum Tanzen, gegen Ende der Veranstaltung sah man die Traditionsbewussten dann verstreut in der Stadt, mir vors Fahrrad laufend in ihren billigen Plastikkleidern auf meinem Weg in die französische Bäckerei.
Der Münchener Chic spielt einmal jährlich die Armen.

Leck mich fett,
das muss echt geil gewesen sein!

Heute nachmittag fallen sie dann mit ihren verschwitzen Körpern in den Englischen Garten oder, wenn sie den Kocherlball rechtzeitig verließen, hinterlassen sie ihre Spuren weiter südlich im See. 

Ein Zaun gegen die Münchener

Gestern teilte ein älterer Münchener die Menschenmenge an der Bushaltestelle vor unserem Haus mit seinem Auto, stellte den Motor ab, parkte, schnaufte sich adipös in die Eisdiele und kam mit drei fetten Kugeln zurück, bevor er zufrieden rückwärts setzte und mit seinem Auto entkam. Jeden Tag sehen wir die Massen der Rücksichtslosen, die alles tun für zwei Kugeln aus dieser Eisdiele, die als Statussymbol gilt, auf dem Radweg parken, vor der Einfahrt in unseren Hof oder gleich in der Bushaltestelle zwischen den Menschen vor unserem Haus.

Das sind bedauerliche Einzelfälle, rücksichtslos und selbstbezogen – asozial im Sinne des Wortes. Natürlich darf man aus ihnen nicht auf die Allgemeinheit schließen in dieser Stadt.
Natürlich nicht.

– t: Eure Mütter

1 Gedanke zu „Macht ihr den Scheißdreck weil ihr blöd seid?

  1. Same here. Die paar Pappenheimer, die hier einen ähnlichen gleichen Film beim Eisholen inszenieren, kennt man schon. Manchen sogar bundesweit. Aber die Klientel ist nicht unbedingt repräsentativ für unsere nette, kleine Gebietskörperschaft mit der hohen Quote an Einkommensmillionären und FDP-Wählern. Wie sage ich Besuchern immer? Wir haben hier auch weitläufige Normaloviertel – und sogar eine ehemalige Stahlwerk-Siedlung!

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