Le Spleen de Paris

P. nimmt mich in den Arm und versichert «Das sieht doch keiner». Ich glaube ihm kaum; blaue Mäntel auf einem Rennrad mit schwarz-rotem Rahmen, an dem alles schwarz-rot ist abgesehen von eben den Mänteln: Das muss jedem sofort ins Auge springen! Natürlich kann ich die Laufräder neu beziehen, ich habe neue schwarz-rote Mäntel im Keller, doch erstens ist dies nicht mein Laufradsatz und das zugehörige Fahrrad blau und zweitens warte ich täglich auf die Lieferung des neuen, leichteren Satzes, der mich die Berge hinauftragen wird. Später im Jahr, nächstes Jahr und die Jahre danach.

windless

Mein Großvater pflegt hin und wieder zu sagen, es sei keine Liebe mehr unter den Menschen. Manchmal lache ich darüber – wenn es mir gut geht – und manchmal frage ich mich, ob er die gleichen Bücher gelesen hätte in seiner Jugend wie ich vor einigen Jahren.

In der einen Hand halte ich den Urlaubsantrag, eine Woche Mitte September, und vor mir auf dem Bildschirm die eMail, ein Zimmer sei frei und das könne ich haben. Der Ort ist nicht weit weg, drei Stunden vielleicht mit dem Auto, wenn ich die Passstraßen nehme. Zwei Tage allein und drei Tage zu zweit, genug um einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Ich werde in den Bergen warten. Ich habe Bergschuhe, eine Kamera und einen Vorsatz. Und ich habe eine Woche Zeit.

Bis nach Toulouse

Hinauf auf die Berge und auf der anderen Seite hinunter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.