la noyée

Great BrillainHeute abend wurden im Linguistik-Seminar erste Ergebnisse der Auswertung von eMails präsentiert. Eine der Arbeitsgruppen beschäftigte sich mit den sprachlichen Mitteln in Spam-Mails. Der Korpus von zwanzig eMails kann nicht repräsentativ sein, doch ein nicht geringer Teil der untersuchten Nachrichten bestand aus vermeintlich sinnlosen, um einen Link gruppierten Texten.

Die Spekulationen schossen wie einst im Deutsch-Leistungskurs aus dem Boden, die Phrasen verliehen eine persönliche Note, vielleicht sollten sie gar die Aufmerksamkeit des Lesers erwecken, was voraussetzt, dass dieser seine (offensichtlichen) Spam-Mails tatsächlich liest. Schaue ich meine Freunde an, wird das in den seltensten Fällen vorkommen.
Ihrer Illusion beraubt, fiel die Reaktion der Dozentin entsprechend dysphorisch aus, als Matthias in wenigen Sätzen erklärte, diese syntaktisch korrekten aber semantisch unsinnigen Sätze dienten zum Überlisten der Spamfilter.

Im LK hatte ich oft das gleiche Gefühl dieses zwanghaften Suchens nach bedeutungsschwangeren Sätzen und Situationen. Heute habe ich Übung und Tischnachbarn, die das ähnlich sehen.
Goethe schrieb die meisten Sätze auch bloß, um Kritiker ruhigzustellen.

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