Kicken ist schön

Als ich damals in Nürnberg nach einem Konzertabend im Klüpfel zum Kickern aufgefordert wurde, konnte ich gar nicht schnell genug flüchten. Fußball ist für mich ein Sport, dem ich einfach nichts abgewinnen kann. Ich übertrug das gern auf sämtliche Varianten dieses Mannschaftssports, und so drückte ich mich immer erfolgreich vor der in der Musikszene beliebten Freizeitbeschäftigung. Den ersten wirklichen Kontakt vermittelte ein Fußballbesessener, der in seiner Freizeit offensichtlich kaum anderes macht. Natürlich kann man nicht einspringen, wenn die Hoffnungen auf einem ruhen. Die mangelnde Erfahrung lässt einen auf dem Platz ziemlich dämlich aussehen.

Die sehr erfolgreiche und letzte Diplomprüfung eines Freundes brachte mich dann in den Keller einer Kneipe und die zweifelhaft schmeichelnde Nähe eines Kicker-Tisches. Bevor ich einen ernsten Gedanken an Flucht verschwenden konnte, war ich bereits in einem Zwei-Mann-Team verstaut: aus sechs Leuten lassen ich hervorragend drei Mannschaften bilden. Abspringen hätte einen unverhältnismäßig hohen Aufwand an Ausredenschmiederei gekostet, außerdem sagte mir etwas, dass der gestrige Abend ein hervorragender Zeitpunkt sei, meine Aversie gegenüber Tischfußball auf die Probe zu stellen – vielleicht waren es auch nur bettelnde Freunde.

Erwartungsgemäß war ich bester Mann der gegnerischen Mannschaft, was aber – weil keine Profis dabei waren – nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Und so gelangen mir neben spektakulären Eigentoren auch wenige atemberaubenden Treffer aus der dritten Reihe. Nun muss ich mir eingestehen, dass mir Kickern von den bisher erprobten Tischsportarten am meisten zusagt, gerade mit dem angesagten Billard kann ich mich nicht anfreunden. Es wird eine schöne Nischensportart bleiben, auch in meinem Leben.
Doch wenn mich jemand fragt, denke ich mindestens nach.

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