Kaffee mit Milch und Zucker

Es hat sich nichts geändert. Außer der Füllhöhe im Becher des Kaffees, den ich bestelle, während wir durch die Landschaft gleiten. Eins: Ich war selten entspannter.

Wenn man mich fragt, ob es besser geworden sei, pflege ich zu antworten «Selbstverständlich, sie ist jetzt näher». Diesem Satz füge ich oft einen Zusatz an, der mit «aber» beginnt: Ich vermisse das Bahnfahren in die Hauptstadt, die drei Stunden im ICE. Seit dieser Zeit bestelle ich mir regelmäßig Kaffee in der Bahn. I got used to it.

Der Friedhof im Wasser

Als ich studierte, stand im Foyer unseres Gebäudes ein Automat, an dem man neben Snacks auch Kaffee bekommen konnte. Er schmeckte eigenartig, aber nach einigen Semestern hatte man sich daran gewöhnt, auch wenn das meine Kommilitonen stets bestritten. Der Kaffee kostete fünfzig Cent und lief in einen kleinen und dünnen braunen Plastikbecher, der zuvor aus dem Automaten fiel.

E4: Milchkaffee mit Zucker

Es ist mein Chiemsee-Gefühl. Dieser Geruch, die blauen Sitzbezüge in den InterCity-Zügen und der Kaffee in der Bahn. Wenn ich die Augen schließe kann ich mich an jede Station der Reise nach Süden erinnern und wie ich stets staunend am Fenster klebe in diesem Tal, in dem der Zug sich hindurchschlängelt zwischen den Bergen, vorbei an dieser kleinen Ortschaft, an deren Ausgang das Sägewerk wacht.

Es ist die Sehnsucht zum See, an dem ich jetzt lieber wäre als hier; es hat sich nichts geändert.
Es ist Ketil Bjørnstad aus den besten Kopfhörern der Welt.

2 Gedanken zu „Kaffee mit Milch und Zucker

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