In der Gegend von Malmö

Die Kassiererinnen zicken.
Ich sitze gerade im Café Leonardo – und bin mir nicht sicher, ob ich mich um eine Stunde vertan oder Matthias verschlafen hat – gegenüber der Kasse und erlebe die Machtausübung seitens der Kassiererinnen, die uniform gekleidet mit Einheitskittel und terrakottafarbenem Haarhelm wettern, schimpfen und lamentieren gegen den Kookai-Taschen-Zug, der an ihnen vorbeiflaniert.

Das Café Leonardo, wie die Caféteria im Hörsaalgebäude seit etwa zwei Jahren heißt, bietet eine funktionale Atmosphäre, hat aber seit der Renovierung und der damit verbundenen Umbenennung ein wenig an Bequemlichkeit gewonnen. Die Stühle sind noch immer aus ungepolstertem Holz, der Raum wird von kahlen Betonpfeilern durchzogen und durch die Panoramafenster kann man die Rückseite eines Verwaltungsgebäudes bewundern, dass die kahlen Bäume nicht verbergen.
Hierher geht man nicht, wenn man sich gemütlich unterhalten möchte. Dieser Ort ist aber erste Wahl beim Rechnen von Zetteln oder – früh morgens – zum Abgleichen der Ergebnisse vor deren Abgabe. So sieht man zusammensitzende, diskutierende Gruppen, eine schlafende Studentin und bissig schauende Kassiererinnen.

Dahinter Matthias, der mir versichert, ich habe mich in der Zeit geirrt.

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