Il Medeghino

Betritt man den Laden des sizilianischen Schusters, dem ich meine Schuhe bisher anvertraute, fällt der Blick sofort auf eine ältere DeLonghi Erspressomaschine, die Platz gefunden hat auf einem mit Lederschuhen überladenen Tresen. An der Wand zeugen unzählige Fotos von der Bekanntschaft mit zahlreichen Berühmten und Unbekannten; Unter anderem hängt das in diesen Kreisen vielleicht unvermeidbare und vergilbte Portrait des Padre Pio hinter der Kasse.
Verschwindet er in seiner Werkstatt, um letzte Arbeiten am abzuholenden Schuhwerk auszuführen (er hält seine Prognose für die benötigte Zeit auf die Minute ein!), bleibt Gelegenheit, diese Bilder ausgiebig zu studieren. Die beim Eintreten dem Rücken zugewandte Wand unterscheidet sich von der ihr gegenüberliegenden nur durch die weit über Kopfhöhe angebrachte beeindruckend große Karte Siziliens, deren Städte und Straßen man unten stehend nicht entziffern kann.

Barracuda

Irgendwann schweift der Blick über die deckenhohen Regale an den verbleibenden Wänden dieses kleinen Raumes, die dem Tresen mit guten Beispiel vorangehen und die ihnen zur Aufbewahrung überantworteten Schuhe mit lieber Not verwahren. An einem dieser Regale hängt eine abgegriffene Visitenkarte, die außer dem Vor- und Nachnahmen des geschäftigen Schusters auch seinen Mittelnamen trägt: Medici.

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