Ich warte im Regen um trocken zu werden

<fadein: Motorpsycho – Bedroom Eyes>
Wenn man aufwacht, nicht richtig, sondern nur weiß, dass einem keine Alternative zum Aufstehen bleibt, die Wärmflasche sich noch warm an die Füße schmiegt und das schwere Atmen des Katers nebenan auf dem Kopfkissen hörbar ist, man sich setzt, die Augen reibt, trotzdem nichts erkennt und der Kater es einem nachzumachen versucht, sich streckt und wieder hinlegt, dann ist Heiliger Abend.
Gestern war’s kaum anders, den ganzen Tag war ich zerstreut und dummerweise arbeiten, gegen 19 Uhr zu Hause und dem Geschenkebummel stand alles im Wege, was zur Widerholung des morgendlichen Rituals führte, führen würde – das war mir bereits gestern klar.

Vorgestern fiel mir auf, dass ich gern wieder Zug fahren würde. ICE oder irgendwo in den “Bummelbahnen” am Heiligen Abend gegen 18 Uhr. Fast allein in den Waggons, die Menschen, die man jetzt trifft, sind zweifelslos interessant. Der miesgelaunte Schaffner, der gern zu Hause bei der Familie wäre, der alte Herr im Raucherabteil, der gedankenverloren aus dem Fenster ins Nichts blickt. Und vielleicht eine Frau, die aus dem gleichen Grunde eingestiegen ist wie ich.
ICE deshalb, weil einige Tage/Erinnerungen daran haften, zu oder von einem Ort, an dem man fast immer gern war.

Übermorgen. Kommt alles wieder hoch.
Aber ich kann mich ablenken, ich habe zu tun, ich kenne mich.
Übermorgen. Kommt alles wieder hoch.
<fadeout>

2 Gedanken zu „Ich warte im Regen um trocken zu werden

  1. Danke. Mal sehen. Ich glaube, ich rede mir nur ein, dass es mir schlecht geht, damit es mir schlecht geht. Ein Zwang des Leidens also. Ich muss heute noch viel für die Seminararbeit machen, aber wenn dir langweilig ist heute abend, warum nicht?

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