Ich mag Züge, deren Name mit “IC” anfängt, wahrscheinlich weil “Ichbezogenheit” genauso beginnt

Nachdem ich den Zug betreten habe, der nur eine Alternative zu dem ursprünglich geplanten, ja gewollten, war und letztendlich gewesen ist, genau genommen die vierte Alternative, die der Rangfolge nach absteigend ihrer Beliebtheit auftreten, wird klar, warum die Reservierungen der drei früheren Züge nicht möglich gewesen sind. Der ICE, mit dem ich die Messestadt verlasse, platzt aus allen Nähten und die Wand hinter meinem Sitz, die Fahrgastzelle von Führerstand trennt, murmelt mir »Glück gehabt« ins Ohr.

Vier Stunden später, ich habe den Platz meiner Sitznachbarin, einer Sonderpädagogikstudentin aus Augsburg, die recht bald dem Bordradio lauschen und schlafen wollte, eingenommen, schüttet sich ein junger Familienvater Meditonsin direkt aus der Flasche in den Mund, wahrscheinlich um heil aus dieser Quarantänestation, wie er jeden Zugwagen seiner Frau gegenüber zu Hause nennen wird, umringt von Bazillenschleudern, wie er die anderen in Zeiten wie diesen seiner Frau gegenüber betitelt, herauskommt und also gesund bleibt, gesund bleiben wird. Sein bayrisches Kind macht komische Grimassen, neben mir fragt eine Tochter ihre häkelnde Mutter, ob man jetzt aussteigen müsse.
»Nein« diese, und was sie nicht weiß:

Wir sind noch lange nicht da.

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