Hurricane Gilbert

Ich habe nicht selten das Gefühl, ich sei zu wenig Informatiker, als ich eigentlich sollte. Dieses Gefühl ist über das Lesen diverser Blogs aus dem IT-Bereich punktuell abrufbar, zum Beispiel als ich eben beim Hostblogger einem Link mit dem Zusatz »Zum Wegschreien« folgte.
Ich fand diesen Text ähnlich witzig wie die Dilbert-Comics, die bei Informatikern ebenfalls sehr beliebt sind. Gar nicht. Ich fand ihn sogar ausgesprochen dämlich.
Der Hostblogger ist hier ein gemäßigtes Beispiel. Extremer wird es, wenn man diesem Namen ein Wohnzimmer voranstellt und beim Wohnzimmerhostblogger landet. Hier hat ein Leser, der Web- und Programmierkram überdrüssig oder nicht Kunde des Wohnzimmerhosters ist, relativ wenig zu lachen.

Diese Spezialisierungen, die sich zuhauf finden lassen und ein großer Vorteil der Blogosphäre sind, machen das Finden interessanter Texte ungemein schwierig. Einen guten Einstiegspunkt stellen die üblichen Verdächtigen Don Alphonso, Lyssa oder Andrea Diener dar (um drei der wirklich großen, wichtigen und jener Blogs zu nennen, mit denen ich als erstes in Kontakt kam). Außer Konkurrenz wegen der relativ langen Updatezyklen, allerdings nicht minder lesenswert, ist Siebenviertel. Über die obligatorische Blogroll kann man sich durch die vom Autor lesenswerten Blogs arbeiten, bis man welche findet, bei denen man gern liest.
Wer lieber auf Papier liest, für den empfiehlt sich das Buch Blogs! Text und Form im Internet, in denen all die oben genannten Blogs ebenfalls auftauchen.
Dass sich in den zwei Jahren seit dem Erscheinen des Buchs gerade in der Blog-Szene viel getan hat, soll hier nicht diskutiert werden. Natürlich erreicht man über die oben genannten Einstiegspunkte viele (gute) Blogs nicht, weil Kleinbloggersdorf in viele autarke Stadtteile zerfallen ist.

Wahrscheinlich werfen mir ebenso hunderte Geschmacksverfehlung und Langweiligkeit vor. In der Tat finde ich bemerkenswert, dass jemand begeistert zu nur einem Thema schreiben kann.
Dann ist es wieder da, das Gefühl, nirgends wirklich dazuzugehören.
Sondern überall nur ein bisschen.

Ein Gedanke zu „Hurricane Gilbert

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