Harmonie – Ih Ih.

Ich weigere mich einzuschlafen,
flüchte hinter die Stadtmauer,
beobachte Spatzen, die Turmfalken prügeln.
Geschrei bricht durch den Sonntag,
das Geschrei der Touristen über dem Kopf,
die diesen Platz niemals kennen.

«Erwarte nicht zuviel» flüstern mir beide in meine Ohren, «im Nichterwarten bin ich schlecht» entgegne ich und probiere die Medizin, die sie mir reichen. Auf der halbleeren Flasche steht Zufriedenheit auf einem fettigen Etikett, in der Sonne erkennt man Buchstaben, die dankbar ergeben.
Jeder Schluck rinnt brennend den Gaumen hinab. Sie sagen, der Hals sei das empfindsamste Körperteil; immer wenn ich dich erwische, sanft doch bestimmt und für zwei Sekunden hoffe, ich könne dich halten ohne dich reißen,
denk ich daran.

Was nie funktioniert, allem stets widerspricht.

Nach jedem Schluck aus der Flasche erkenne ich, bevor es wieder verschwimmt.
Schmeckt bitter – ist also wirksam – während das Narbengewebe unter der Haut langsam Gestalt jenes Wortes bekommt.

«Geh nach Hause» sagt er und
«Nimm einen Schluck.»

2 Gedanken zu „Harmonie – Ih Ih.

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