Habemus Papam

Der neue Papst kommt aus Deutschland. Ein recht kurzes Konklave, das erste zu meinen Lebzeiten (und vermutlich das erste von dem Großteil der involvierten Kardinälen praktizierte), der erste deutsche Papst seit 480 Jahren, der sich fortan Benedikt XVI. nennt.
Da Ratzinger bereits 78 Jahre alt ist und damit an der oberen, von Johannes Paul II eingeführten, Altergrenze kratzt, drängt einem die Bezeichnung “Ãœbergangspapst” ins Gehirn. Trotz sehr konservativer Kirchenpolitik sind die Besucher des Petersplatzes aus dem Häuschen. Jedenfalls überstimmen diese die unzufriedenen Pilger.
Fußballplatzstimmung also. Und Sondersendungen.
Und auch Wasser auf die Mühlen der Falschen.

11 Gedanken zu „Habemus Papam

  1. 3.Person Indikativ Präsens Aktiv von habere, Akkussativ Singular von papa. Das war nicht sehr anspruchsvoll. Und würde wahrscheinlich eher andersrum auftauchen, papam habemus. :) Was macht der Spanischkurs?

  2. hmm, ich finde den begriff “übergangspapst” so abwertend. entgegen aller gängigen diskussionen bin ich der meinung, dass diese wahl eine gute entscheidung war. die kardinäle hatten schließlich die aufgabe, einen papst zu wählen, der diesem amt gewachsen ist.
    außerdem, ein papst aus dem land der reformation ist doch eine sensation und lässt auf annäherung der kirchen hoffen. erstes tolles zeichen – die russisch-orthodoxe kirche war einer der ersten gratulanten!
    hach ja, meine katholische, kirchenfreundliche gesinnung kommt ans tageslicht – aber naja, jedem das seine :)
    diese, im alltag leider schon gänzlich vergessene, toleranz sollte ja auch das leitbild aller christen – entschuldigung – aller menschen sein.

    gute nacht ^^

  3. Zur Toleranz möchte ich einen Satz aus einem aktuellen Spiegel-Artikel zitieren:

    Der katholische Theologe Hans Küng sprach von einer “Riesenenttäuschung” für alle Reformorientierten. Als Präfekt der Glaubenskongregation sei Ratzinger sehr hart gegen Andersdenkende vorgegangen

    Weiterhin unterstellst du durch deine Aussage, Ratzinger wäre die bestmögliche Wahl gewesen. Natürlich kennst du die “Konkurrenz” nur schemenhaft, wer kann es dir auch verdenken. Denn Ratzinger ist bereits früher im Bewusstsein der Öffentlichkeit gewesen, weil er lange Zeit der engste Vertraute Johannes Pauls II und Präfekt der Katholischen Glaubenskongregation war. Maßgeblich hat er die Richtung der Kirche zusammen mit seinem Vorgänger festgelegt, eine Änderung ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht in Sicht. Dies bezieht sich unter anderem auf das Verbot sämtlicher Verhütungsmaßnahmen sowie die Ablehnung der Gleichberechtigung der Frau in der Kirche.

    Abschließend noch etwas aus seinem bei der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Lebenslaufs, was ebenfalls nicht gerade auf offenen Umgang mit anderen Religionen hinweist:

    2000 Er verfasst das Dokument “Dominus Jesus”, das die Vorherrschaft der katholischen Kirche betont, den Begriff “Schwesterkirchen” ablehnt.

    Und natürlich ist es hervorragend, dass der neue Papst ein deutscher ist. Warte ab, wer sich damit noch brüstet.

  4. Mir war schon klar, dass das nicht von dir ist – schließlich hattest du meines Wissens ja nie was mit Latein zu tun, alter Haack-Leidensgenosse. :)
    Bei dem Resttext muss ich so spontan aber passen. Müsst ich mir abschreiben und mich drüber setzen, jetzt grad keine Lust zu. ;)
    Andererseits… ich vier Stunden muss ich eh wieder… ;)

  5. ich finde die unterstellung, dass ich die konkurrenz nur schemenhaft kennen würde nicht gerade gerechtfertigt, eher unverschämt. ich weiß, wer ratzinger war und was er bis dahin gemacht hat. ich habe auch nich so gesagt, dass ich stolz drauf bin, dass der neue papst aus deutschland ist.
    ratzinger hat heute gesagt, er würde mehr für die umsetzung des zweiten vatikanischen konzils kämpfen, dass wäre für mich schon eine große leistung.
    zu der “kursänderung” der katholischen kirche. wer will die? wer fordert die?
    sind das nicht in erster linie die medien und die evangelische kirche, die diese “modernisierung” der katholischen kirche fordern? sind das auch in großem maße menschen, die mit der kirche sowieso nichts am hut haben?
    ja, ratzinger ist konservativ, aber vielleicht sind es genau dieses konservativen werte, die helfen können?
    ich selber war schon ein jahr in afrika – nun gut, es wird nich überall dort so sein, aber was ich erlebt habe, von dem kann ich berichten. es ist nicht unbedingt usus dort, nur eine frau zu haben – vielweiberei ist nicht nur in der kirche geächtet, sondern auch hier (gott sei dank) per gesetz verboten. wer hier, bei einer lebenspartnerin, mit kondom verhütet, soll das mit deinem gewissen vereinbaren. meine meinung über die (ich habe es erlebt) vielweiberei auch von verheirateten männern ist sehr scharf und hart.
    und da hilft auch kein kondom mehr.
    das hat auch kardinal lehmann so gesagt, genaues jahr oder ein zitat kann ich dir momentan leider nicht schreiben.
    gleichberechtigung der frau in der kirche ist ein streitpunkt. ich finde jedoch schon den begriff gleichberechtigung schwachsinn. es mag auch schwachsinn sein, zu sagen, dass frauen die erbschuld tragen, welche jedoch von gottesmutter maria und ihrem sohn für alle menschen getilgt wurde. vielleicht ist ja alles in der kirche schwachsinn?
    ich persönlich finde den weg der heiligen katholischen kirche und den momentanen konservativen kurs sehr gut. das ist meine meinung. ich verteidige auch meine aussage nachhaltig, dass ratzinger die beste wahl war, da die kardinäle einen papst wählen sollten, der das amt am besten ausüben kann. das war meiner meinung nach einfach ratzinger – die kurze wahldauer spricht doch auch dafür, oder?
    das die katholische kirche nicht immer ein tolles verhältnis mit den anderen religionen hatte ist mir klar und auch bekannt. ich habe lediglich gesagt, dass es hoffen lässt, dass ratzinger sich den anderen religionen annähern will (nachzulesen in seinem buch – ja, auch ein ratzinger hat sich in den letzten jahren verändert. genau wie die gesamte katholische kirche unter dem pontifikat von giovanni paolo II)

  6. ach ja, und über den begriff schwesterkirche kann man streiten. was ist eine schwesterkirche? hat die katholische kirche eine?
    haben sich die sog. “schwesterkirchen” nicht von der katholischen abgetrennt und immer betont, sie hätten nichts mehr mit dieser zu tun?

  7. achja, klugscheisserei:
    den letzten deutsche papst gab es vor xxx jahren, der papst, von dem momentan alle reden (also, aeh, der, der vor 480 jahren “dran” war) kam eigentlich aus holland, nur war holland zu dieser zeit im großdeutsche reich (?). so. nu aber.

    toll klugscheissereri, wenn man nur die haelfte weiss ;)

  8. scheiße wird mich “ß” geschrieben

    :o)

    wer hat egtl über den alten (war der hadrian, oder?) geredet?
    interessiert den jemand?
    und niemand kann alles wissen, aber dass ich mehr als die hälfte weiß, wage ich zu behaupten.
    liegt vielleicht an meinem nachnamen und väterlicher verwandtschaft zu einem nicht nur namentlich bekannten höheren kirchenvertreter.

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