Grünes Papier

Ich hätte gern jemanden, den ich »das wunderschöne Mädchen« nennen könnte und damit meinte, mit ihm verbringe ich meine Zeit. Solche Gedanken kommen im Antiquariat, wenn der Besitzer lachend mit dem Finger auf ein Poster zeigt

»Wenn nichts mehr klappt
kann nur noch ein Buchhändler helfen«

als ich mich bedanke und zahle.

Einhundert Meter weiter frage ich die Dame nach ihrem Alter. Sie bahnt sich mit strahlenden Augen einen Weg durch Kartons von Papier und lächelt schüchtern, wie es 1925 in ihrer Jugend schicklich gewesen sein muss. Ich bezahle für etwas, das man anderswo kaum bekommt einen Preis, für den der hörige Prolet um die Ecke die neue Rammstein ersteht. Beim Hinausgehen fällt mir die Überwachungskamera auf, die vermutlich ihr Enkel, ein Mann im Alter meines Vaters, für sie installiert hat.

Ein Gedanke zu „Grünes Papier

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