Geiz ist (nicht immer) geil

Mein lieber Scholli! Plötzlich steht man im Mediamarkt und kommt gar nicht mehr auf die Idee, Geld auszugeben. Etwas anderes außer CDs und DVDs kann man dort ja sowieso nicht kaufen, weil er zu teuer ist – ausgehend von den Warengruppen, die regelmäßig eine bestimmte Faszination auf mich ausüben. Ist das nicht ironisch?
Nun passt die Unfähigkeit, Geld in CDs zu tauschen, ganz hervorragend, bringt aber letztlich keinen Gewinn, da Schallplatten eben auch nicht billiger sind. Da die einzigen beiden Exemplare, die ich dort heute erspähen konnte, von Tupac und Sven Väth stammten, wird die Entscheidung eben vertagt.
Ein Vorteil, wenn man solche Läden kurz vor Ladenschluss aufsucht, ist die angenehme Leere. Kaum Kindergeschrei und ihrem Namen alle Ehre machende Gänge. Alle zu Hause vor der Heimwerkersendung.
Wir haben uns Gedanken gemacht, ob man Mediamarkt-Besucher mit jenen eines Baumarktes vergleichen kann. Die Lust zum Fummeln ist wohl beiden Gruppen gemeint, auch die durchwachsene Kenntnis des Gegenstandes, den es aufzubauen gilt. Rauft sich der technisch versierte Besucher im Mediamarkt ob Kundenfragen die Haare, schlägt Tim Taylor in der Gartenabteilung derweil die Hände über dem Kopf zusammen. Wenn der Fragende sich überhaupt traut und sich nicht auf sein Unwissen verlässt, später dann vom Enkel belehrt wird. Jedenfalls der Mediamarkt-Kunde.
Sympathischer sind dann die Plattenläden, in denen man hoffnungsvoll nach einem Nebenerwerb fragt, allerdings mit einer verneindenen Kopfbewegung abgewiesen wird: “Wir können uns noch keine Aushilfe leisten.” Was einen natürlich in keinster Weise weiterbringt, da Schallplatten eben auch nicht billiger sind.

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