Geduld nur, Geduld

Wenn man abends in die engen Gassen hinaustritt, müde, dem Tag überdrüssig, dann lächelt die Stadt ab und zu ebenso leer zurück. Als wenn sie wüsste, worum es geht, was es bedeutet, wenn du dich auf den Weg machst, um dein Abendessen im besten asiatischen Fastfood-Restaurant zu dir zu nehmen. Kommentarlos begleitet sie dich durch die Nacht, lässt dich nicht aus den Augen.

Später tauchst du in den gleißenden Schein der Neonröhren und bestellst eine der fünf vegetarischen Mahlzeiten. Am Nebentisch ein Bekannter. Du hast ihn nur an der Stimme erkannt, dein Gespräch mit einem Freund, dass ich um ihn drehte und nur kurz zurückliegt, ist noch in lebhafter Erinnerung und jetzt weißt du, was er meinte.
Auf dem Rückweg findest du eine versteckte, kleine Kirche und einen alten Friedhof, umringt von ein paar pittoresken Häuser, die sich an einem geschlängelten Pfad aufreihen. Der Ausblick auf die Gräber.

Malerisch bedingt den Tod.

Unentwegt kräht der erstarrte Hahn aus Metall vom Rathausdach und schlägt mit den Flügeln; Der Magnet für Touristen schreit ihnen frech ins Gesicht. Niemanden scheint das zu interessieren. “Runterschießen muss man den!” Andere schießen lieber Fotos. Männer führen Damen ins beste Café am Platz, ein einsamer Tisch wartet vollbesetzt auf Gäste.
“Ler Laden brummt”, hört man hie und da. Das Gebrumm ist Geschrei.

Lautmalerisch.

Wir schließen besser Türen und Fenster, es ist schon ganz kalt.

3 Gedanken zu „Geduld nur, Geduld

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