Frost

Ich schwimme momentan in einer luft- und zeitlosen Blase; seit ich wiederkam, blieb die Wanduhr fünfmal stehen. Hier stocken die Stunden, husten und stolpern Minuten und Sekunden, das Licht draußen sagt kurz hallo, lässt mich ansonsten in Ruhe, geht seiner Wege.
Zusammengekauert erzählen die Decken des Bettes eine traurige Geschichte, ich muss unbedingt anfangen, Mixtapes für mich zu machen. Eine Playliste heißt “How to die” und enthält jene Lieder, die sich gar nicht mit Bier und Einsamkeit vertragen, entstanden in solchen Stunden.
Ich hasse die Nacht, bringe nicht fertig, einzuschlafen. Andere Alternativen selbst verbaut, tausend Orte, an denen und tausend Situationen, in denen ich lieber wäre. Zwei Seelen wohnen, haha, in meiner Brust – ebenso unfähig bezüglich WGs wie der Hausherr. Zeiträuber.
Ich ziehe die Uhr nie wieder auf. Noch einmal 14 sein. Und alles von vorn.

Ein Gedanke zu „Frost

  1. eine prise sarkasmus gefällig, mein freund?

    deinem schreibstil ist die momentane krise sehr zuträglich

    tröstende(re) worte kann ich zur zeit leider nicht finden
    – liebste grüsse aus marseille:

    G.*

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