Fletchers Visionen

SIE unterwandern die Uni ja seit zweihundert Jahren. Ganz Marburg, wenn man es genau nimmt. Die Menschen laufen wie Autos durch die Gänge, überwacht durch GPS, fernsteuerbar durch Elektrik, die ja überall ist.

Während er dies sagt, zeigt er mit der Hand auf die nicht sonderlich saubere Decke der philosophischen Fakultät und sitzt vor mir auf dem Tisch, direkt neben der alten Schultasche meiner Mutter, die ich jetzt im Studium verwende, und meinem Kaffee, über den wir ins Gespräch kamen. Er fragte mich, ob ich “das” noch bräuchte, er würde eigentlich zwei Kaffees benötigen, “die brühen ihn immer so schwach hier”.
Entschieden hielt ich die Hand über meinen Becher und schaute kurz aus der Süddeutschen auf. In den folgenden zwanzig Minuten lerne ich eine Menge über die Stasi (und eigentlich alle anderen Geheimdienste) sowie Implantate, von denen ich nie gehört habe, nie hören konnte und die es DENEN ermöglichen, Menschen fernzusteuern. Mit den Drähten alter Radiospulen um Arme und Beine sei er im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen, unter einem Dach mit der Mafia.

Er verabschiedet sich, einen schmierigen Belag von seinem Jakett zurücklassend, mit den Worten

Aber wir lassen uns so leicht nicht kriegen, was?
Pass auf dich auf!

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