Etwas, das ich noch nicht schreiben kann

Hier liegt ein Artikel, den ich noch nicht posten kann. Das ist ein Dilemma, denn ich habe mir vorgenommen, öfter zu schreiben und dann schreibe ich Texte, die ich nicht vorzeigen kann. Vielleicht hätte ich vor einigen Jahren den Text unbedacht ins Internet gestellt, aber so etwas kann Folgen haben, wenn nicht sofort vielleicht in ein paar Jahren. Aus diesem Grund hörte Christopher Lauer vor Monaten bereits auf zu twittern. Es geht hier nicht um Piraten, es geht um eine Beobachtung, die auch mich umtreibt. Ich habe eines dieser modernen Smartphones mit unglaublich schlechtem Empfang und ziemlich guter Kamera; viele Fotos stammen dorther. Ich habe stets meinen Kalender dabei, twittere von unterwegs und wenn ich Leerlauf habe, lese ich meine RSS-Feeds oder Artikel, die ich lange schon lesen wollte. Zeitweise trage ich mein altes silbernes Telefon durch die Gegend, das man nur einmal pro Woche aufladen muss. Es ist ein innerer Kampf, den ich fechte, und noch gewinnt ihn das iPhone.

Ich, Du, ihr, wir!

Es ist Distraktion, die mich stört. Früher ging ich mit einem Stapel Zeitungen ins Café, in dieser Zeit lernte ich das wunderschöne Mädchen kennen. Heute trage ich den Laptop herum, vielleicht das Tablet, sicher das Smartphone. Das letzte Mal bewusst auf Papier geschrieben (Artikel, die hinterher hier gelandet sind) habe ich vor vielen Jahren am See, als ich noch nicht in dieser Gegend gelebt habe. Mich erfasst mittlerweile eine Unruhe, wenn nichts passiert. Das ist die Entwicklung, die mir nicht gefällt. Ich glaube, auf Twitter etwas zu verpassen (und ich weiß: ich verpasse nichts), die gleichgeschalteten Medien lese ich in den letzten Jahren deutlich weniger als zuvor, einen Fernseher besitze ich seit Jahren nicht mehr. Mein Friseur erzählt, seit er überhaupt keine Nachrichten mehr konsumiert, geht es ihm besser und er hat mehr Zeit. Geändert hat sich für ihn naturgemäß nichts. 

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