Erreichbare Ziele

Letzte Woche hatte ich furchtbar schlechte Laune, weil ich die Woche davor (also vor zwei Wochen) versucht habe, diesen Schmerz im Knie wegzulaufen, wie man Seitenstechen wegatmen kann. Zu meiner Überraschung stellte sich heraus, dass das nicht funktioniert. Seitdem befinde ich mich in einer „Trainingspause“ (man nenne mich alt und vernünftig). Die schlechte Laune entsprang gleich einem stechenden Schmerz dem mich piesackendem Knie, das mich einige Zeit täglich daran erinnerte, einen Fehler gemacht zu haben: Niemand mag denjenigen, der einen an eigene Fehler erinnert.

Was meine Uhr, wegen der ich die Überlastung des Knies nur habe, nicht daran hindert, mich stündlich anzubrüllen, wenn ich nicht aufpasse: Aufstehen, Du sitzt schon beinahe sechzig Minuten! Obgleich:
Es ist der Hauch eines Brüllens, ein liebendes Ziehen am Arm, das Verharren verhindernd.

Achte auf die Ringe!

Ich habe mich also endlich in die Knechtschaft der Geräte begeben (lies: Gamification), aber dieser Ab-, Auf- oder Umstieg passierte (wenigstens!) nicht ohne Gegenwehr: Zunächst nur bewaffnet mit einer typischen Laufuhr die mich gleichzeitig overwhelmed („Sie zählt Stockwerke!“) und underwhelmed („Display?“) zurückließ, durchzuckte mich der Gedanke an jene Uhr, die man gemeinhin mit „Smartwatch“ assoziiert. (Habe ich erwähnt, in nur 1,7 Kilometern Entfernung einen Apple Store zu haben?) Dieser Gedanke trieb mich die etwa 3500 Schritte (ich kenne die Zahl zufällig genau) hin und zurück und bescherte mir die letzte Version dieser Uhr, die mich gleichzeitig overwhelmed („Display!“) und underwhelmed („Akkulaufzeit?“) zurück ließ. Vier Tage und jenen bereits oben erwähnten schicksalsvollen Lauf später, in dem ich beide Uhren verglich, nahm ich die etwa 3500 Schritte (…) erneut auf mich, diese letztgekaufte Uhr zurückzugeben. Nur um eine ganze Nacht wachzuliegen, zu grübeln, und die Uhr am darauffolgenden Werktag noch einmal zu kaufen.
Womit wir mehr oder weniger in der Gegenwart wären.

Geschafft!

Ziele, sagt man, sind wichtig im Leben. Wie gut ich mir selbst Ziele setzen und erreichen kann, bezeugt meine Todo-Liste, deren frühester Eintrag aus dem Juli 2014 datiert. Jetzt habe ich einen Treiber am Handgelenk, der ungleich eines geifernd schreienden Sportlehrers erreichbare Ziele setzt:
Der Hauch eines Brüllens, ein liebendes Ziehen am Arm, das Verharren verhindernd.

Stehziel erreicht

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