EIN GEBUESCH!

Als heute morgen beim Weckanruf für Christian mein Telefon stumm blieb, ahnte ich noch nichts Böses. Der Wackelkontakt im Kabel war bekannt und ließ sich immer durch feinfühliges Schütteln und Schieben beseitigen. Nicht so heute. Der Gesprächspartner kann mich zwar hören, aber der Lautsprecher im Hörer bleibt stumm, und so muss ich jeden Anrufer blind (besser: taub) darum zu bitten, es auf meinem Handy erneut zu versuchen. Bisher klappte das auch ganz gut.
Selten kam mir eine Situation dermaßen ungelegen gelegen. Klar wollte ich schon immer ein schnurloses Telefon, nicht aber (und zwar schon gar nicht) zur Zeit – in diesen Wochen – in der ich mir sogar Geld vom Mund abspare. Jedenfalls war ich erstaunt, dass die Festnetztelefone mittlerweile auch den polyphonen Klingeltönen verhaftet sind. SMS oder gar MMS scheinen das Killerfeature für Heimtelefonie geworden zu sein, ungläubig stand ich vor einem Gigaset-Modell von Siemens mit integrierter Kamera. Bitte?

Allerdings habe ich vorhin der Pause des Spanisch-Kurses die Kamera meines Handys sehr zu schätzen gelernt – beziehungsweise die für Illumination der Umwelt zuständige LED. Während andere die Toiletten in den übrigen Etagen suchen mussten, konnte ich den Abort trotz defekter Beleuchtung nutzen. Himmlische Ruhe – ein Dank an moderne Kommunikationselektronik.

Ein Gedanke zu „EIN GEBUESCH!

  1. Mensch, wenn das nicht wirklich passiert wäre, ich würde es für eine Parabel halten. ;)
    Das ist ein schönes Bild. Das Mobiltelefon, bei dem Telefonieren zum “netten Zusatzfeature” degradiert wurde, als Retter eines der primitivsten menschlichen Bedürfnisse. Herrlich. :)

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