Ein Freund, der glaub ich Testbild hieß

Er so: «Warst Du im Urlaub? Die Bilder sahen so aus.»
Ich denke, er trifft den Nagel doch auf den Kopf, verwechselt aber Ursache und Wirkung. Ich muss dringend, ich fühle mich so. Um mich herum fahren sie nach Amsterdam oder nach Prag und kommen gutaussehend nach Haus’ – ich treffe sie vor der Kaffeemaschine, wo ich meine Augenringe ersäufe.

Ich so: «Ich war lediglich ein paar Tage nicht online und so gut es ging auf dem Rad.»
Ich habe heute morgen meine Premiummitgliedschaft in einem dieser Business-Netzwerke gekündigt. Irgendwann vor etlichen Jahren war ich überzeugt, es wäre wichtig, doch wenn ich mich heute monatlich einlogge, ist das schon oft. Es gab genau einen Moment, in dem ich das Netzwerk vor Freunden rechtfertigte ein paar Monate lang. Irgendeiner hat mir dann hier unten gezeigt, wie es geht und was besser funktioniert als ein soziales Netzwerk im Netz. Das mit den Kontaktdaten funktioniert auch eher leidlich in einem Land, in dem man sich unter Pseudonym anmeldet, damit niemand wen findet und wenn schon, dann bitte ohne irgendwelche Information.

Wildsau

Und weiter: «Hier unten sieht alles so aus.»
C. erzählte mir, er sei für ein paar Tage in Bayern gewesen und irritiert, dass der Heiland an jeder Kreuzung angeschlagen steht. Es ist, antworte ich, ein wenig wie mit dem Elend bei Dir in Berlin: An was man ständig sieht gewöhnt man sich bald, es fällt irgendwann nicht einmal mehr auf. Er wendet ein, in Berlin leben sie noch und ich entgegne, auch hierin sind wir in Bayern einen Schritt weiter.

Im Park

Man muss sich hochwohnen, sagte mir einer damals in Marburg und ich reklamierte, vom ersten in den dritten Stock gezogen zu sein. Von dort oben sieht man nur München. Hier unten jedoch kennt man irgendwann die Ufer der Seen. Ich mag mich durchaus nicht beklagen, es ist nur so, man wird ja doch irgendwie alt.

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