Ein Blick ins Paradies…

Mädchen stehen nicht auf nette Kerle. Was viele Männer als Mythos abstempeln, um nicht vollends zu verzweifeln, ist ein pandemieähnliches Problem für Menschen wie mich. Wenn Don Alphonso jetzt behauptet, “Wer weniger als 2.000 Bücher hat, kriegt doch keinen ordentlichen Geschlechtspartner”, bleibt zu fragen: Wie?

Eine Gruppe, die typischerweise weniger als zweitausend Bücher im Regal stehen hat – meistens für die Allgemeinheit uninteressante Sonderausgaben von The Art of Computer Programming – bilden die Informatiker. In den Vorlesungen des Fachbereichs sitzen mitunter normale Menschen, wenn allerdings abends ein Vortrag angesiedelt ist, den eine Dozentin der Theoretischen Informatik hält, ist das Auditorium ein konzentriertes Gemisch genannter Gruppe. So war es wenig verwunderlich, dass sich kaum weibliche Zuhörerschaft einfand, lediglich ein Student überredete seine Freundin, eine Nicht-Informatikerin, die – als der Vortrag die Ankündigung “auch für fachfremde Personen” Lügen strafte – mit ihrer Fassung rang. Dem Kommilitonen wünsche ich, dass sein Buchbestand weit unter zweitausend Bänden liegt.

Auch ich brachte einen Freund, der zwar Informatik studierte, vor langer Zeit aber wechselte. Er beugte sich nach einer halben Stunde herüber: “Ich bin kuriert.”

5 Gedanken zu „Ein Blick ins Paradies…

  1. 2.000 Bücher? Bei 50 Büchern pro Jahr bräuchte man für solch’ eine Sammlung ca. 40 Jahre – da bin ich ja grade mal halb so alt und im Mutterleib hat mir auch keiner das Lesen beigebracht. So hab ich ja scheinbar nichts verpaßt bisher :)

    Scheinbar war ich nicht der einzigste bloggende Student (wer warst du?) bei der Veranstaltung für Laien bzw. Nicht-Informatiker… ich glaube nicht das Fr. Loogen das selbst geschrieben hat…

    Aufgrund der Tatsache kam es mir auch gar nicht erst in den Sinn jemand überreden zu wollen sich das anzutun. Trotzdem fand ich es recht interessant, allerdings auch etwas enttäuschend weil nur Probleme angesprochen wurden die auf die Unzulänglichkeiten Haskells in diesem Bereich zurückzuführen waren.
    Das dann auch nur Informatikstudenten, oder zumindest Leute mit einem starken Bezug dazu da waren, fand ich nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt wie der Vortrag angekündigt wurde.

  2. Hallo Jens,

    ich glaube auch, dass unsere Fachschaft ein Kommunikationsproblem hat. Wurde sie denn wirklich angekündigt? Mir ist in freier Wildbahn jedenfalls davon nichts zu Ohren gekommen. Natürlich muss man sich dann nicht wundern.

    Ja, ich fands durchaus interessant, auch weil ich bei Prof. Loogen im letzten Semester bereits Parallele Programmierung gehört habe. Ich bin allerdings kein Freund von Haskell.
    Dennoch vermute ich, dass die Folien aus der Feder der Dozentin stammen. Denn gibts ja bis auf die angesprochenden Menschen kaum jemand, der sich für Eden interessiert (auch landest du bei Suchanfragen zu “Haskell” fast immer bei Jost Berthold).

    Ich saß recht weit hinten. Ich ahnte, was auf mich zukommt. Aber die siebzig Minuten gingen schnell vorüber. Nur “für Fachfremde”, dabei bleibe ich, das war gelogen.

  3. Frau Loogen kann gar nicht für fachfremde Menschen erklären, sie ist theoretische Informatikerin. Das darf man gar nicht studieren, ohne seine Bodenhaftung vorher abzugeben. Sorry. Selbst ein Halb-Informatiker wie ich kommt da nie mit… ;-)

  4. Ich meinte, dass der Satz “für Laien bzw. Nicht-Informatiker” wohl nicht von Fr. Loogen kam, dass das ihr Foliensatz war, daran besteht kein Zweifel, denn ich kenne niemanden der sonst so ein rotes Theme verwendet ;-)

    Mit ein bißchen Übung (und Gesprächen mit der Zielgruppe) kann aber jeder auch für Laien verständlich reden.

  5. Nur das nicht, das wird bald mein Job! Die ganzen Manager und IT-Leute können nämlich nur aneinander vorbeireden. Ich bin ein schlechter Informatiker, aber ein guter Germanist: Also bin ich ein perfekter Übersetzer ;-) Mit der IT entstehen also doch noch neue Job-Descriptions :-)

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